Bevor das Kaninchen einzieht: Was Halter wissen sollten

Kaninchen wirken klein, unkompliziert und kuschelig. Wer genauer hinschaut, merkt jedoch schnell, dass sie anspruchsvolle Heimtiere mit klaren Bedürfnissen an Platz, Gesellschaft, Futter und Pflege sind. Ein guter Start beginnt deshalb lange vor dem Einzug.

Platz und Haltung

Kaninchen brauchen viel Bewegungsfläche, um ausreichend hoppeln, Haken schlagen und ihre Muskulatur gesund halten zu können. Klassische Käfige sind dafür deutlich zu klein und eignen sich höchstens als Schlaf- oder Rückzugsbox, aber nicht als alleiniger Lebensraum. Stattdessen sind großflächige Gehege oder freie Wohnungshaltung mit abgesicherten Bereichen, in denen die Tiere mehrere Quadratmeter dauerhaft nutzen können, perfekt. Wichtig sind zudem Verstecke, erhöhte Ebenen, Buddel- und Knabbermöglichkeiten, damit typische Verhaltensweisen ausgelebt werden können.

Kaninchen nie alleine halten

Kaninchen sind sehr soziale Tiere und leiden, wenn sie dauerhaft allein leben. Sie kommunizieren über Körperkontakt, Fellpflege und gemeinsames Ausruhen, was der Mensch nie vollständig ersetzen kann. Daher sollte mindestens zwei sich gut vertragende Tiere miteinander leben. Idealerweise handelt es sich dabei um ein gegengeschlechtliches, kastriertes Paar, was auch als Standard gilt. Außerdem sollte vor der Anschaffung geklärt werden, woher passende Tiere kommen, wie die Vergesellschaftung funktioniert und ob im Notfall genügend Platz für eine vorübergehende Trennung vorhanden ist.

Tägliche Verantwortung

Je nach Rasse und Gesundheit werden Kaninchen ungefähr acht bis zwölf Jahre alt und sind damit eine langfristige Verpflichtung. Tägliche Aufgaben umfassen:

  • Füttern
  • Kontrolle von Gesundheit und Verhalten
  • Reinigung stark genutzter Bereiche 
  • Beschäftigung und Beobachtung


Wer viel unterwegs ist oder häufig spontan verreist, sollte frühzeitig klären, wer die Tiere während Abwesenheiten zuverlässig versorgen kann. Auch Kinder brauchen immer erwachsene Unterstützung, da viele Aspekte der Haltung und Gesundheitskontrolle Erfahrung erfordern.

Ernährung, die artgerecht ist

Eine artgerechte Kaninchenernährung besteht hauptsächlich aus rohfaserreichem Futter: 

  • qualitativ hochwertiges Heu 
  • frisches Grün, Gemüse und Kräuter


Trockenfutter und Leckerlis sollten, wenn überhaupt, nur in sehr eingeschränkten Mengen gegeben werden, um Übergewicht und Verdauungsprobleme zu vermeiden.   

Vor der Anschaffung ist es empfehlenswert, sich mit Futterlisten, Verträglichkeiten und geeigneten Futterquellen vertraut zu machen. Oft kombinieren Besitzer selbst gesammeltes oder gekauftes Frischfutter mit sorgfältig ausgewählten Ergänzungen und informieren sich bewusst, bevor sie Kaninchenfutter kaufen, damit Zusammensetzung und Struktur zur gesunden Verdauung passen.

Gesundheitsvorsorge und Kosten

Regelmäßige Gesundheitschecks, Impfungen (je nach Region und Empfehlung) und die Möglichkeit, bei Erkrankungen schnell einen Tierarzt aufzusuchen, gehören zur Grundplanung. Beispielsweise können Zahnprobleme, Verdauungsstörungen oder Verletzungen unerwartet hohe Tierarztkosten verursachen. Für den Notfall sollten diese neben den laufenden Ausgaben für Futter und Einstreu im Budget einkalkuliert werden.  

Sicherheit in Wohnung und Garten

In der Wohnung müssen Kabel, giftige Pflanzen, enge Spalten hinter Möbeln und rutschige Flächen gesichert werden, bevor Kaninchen frei herumlaufen können. Auch im Außengehege sind Schutz vor Fressfeinden, eine ausbruchssichere Umzäunung und witterungsgerechte Unterschlüpfe entscheidend. Dazu gehört, sich über Temperaturtoleranzen, Sonnenschutz und Schutz vor Nässe und Zugluft zu informieren, damit Kaninchen stabile Bedingungen vorfinden. Eine gute Planung der Umgebung ist oft aufwendiger als die Anschaffung der Tiere selbst, aber zentral für ihr Wohlbefinden.

Wissen aufbauen, bevor Entscheidungen fallen

Wer mit dem Gedanken spielt, Kaninchen zu halten, profitiert davon, sich frühzeitig über Verhalten, Bedürfnisse und mögliche Probleme zu informieren und so wird aus einer spontanen Idee eine gut vorbereitete Entscheidung. Wenn Platz, Zeit, Budget und Wissen zusammenpassen, steht einem Kaninchenleben, das wirklich zu den Tieren und zum eigenen Alltag passt, nichts mehr im Weg.

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