Wohnungskatzen

Bei Katzenhaltern wird das Thema Wohnungskatze oder Freigänger-Katze immer wieder kontrovers diskutiert. Das sind die Vor- und Nachteile.

Die Wohnungkatze

Wohnungskatzen leben ausschließlich in der Wohnung und haben normalerweise keinen Zugang zu einem Garten oder gar Wald und Wiesen hinter dem Haus hat. Einigen steht jedoch ein Balkon zur Verfügung. Vor allem mitten in der Stadt und bei teuren Rassekatzen ist die reine Wohnungskatze zahlreich vertreten, denn hier ist es aufgrund des Lärms, der vielen Menschen und der zahlreichen Gefahren meist viel zu unsicher für einen Freigänger. Außerdem lässt sich der Zugang nach draußen bei einer Wohnung im Obergeschoss ohnehin nur schwer realisieren. Mitunter werden Halter von ihrem schlechten Gewissen geplagt, da sie „die arme Wohnungskatze“ nicht ins Freie lassen können, andere verzichten wiederum ganz auf die Freuden eines tierischen Mitbewohners. Tatsächlich kann das Leben als Wohnungskatze aber durchaus sehr erfüllend sein und bieten den Samtpfoten auch so manchen Vorteil, den Freigänger nicht genießen!

Vorteile für eine Wohnungskatze

  • Wohnungskatzen leben deutlich länger als ihre umherstreifenden Verwandten. Grund dafür ist der Schutz vor den zahlreichen Gefahren, die das Leben in der Natur heutzutage bereithält. Im Schnitt leben sie sogar fast doppelt so lange wie Freigänger. Dies ist für viele Halter das Hauptargument, ihre Katzen in der Wohnung zu halten.
  • Viele Katzenbesitzer hatten bereits in ihrer Kindheit oder Jugend eine Katze und machten Bekanntschaft damit, wie es sein kann, eine junge Katze im Freien zu verlieren. Sie kennen also die Vor- und Nachteile beider Varianten und möchten sicher sein, dass ihrer jetzigen Katze nichts passiert. Bei der Wohnungshaltung ist dies deutlich wahrscheinlicher, denn hier behält der Halter nach wie vor die Kontrolle.
  • Eine Katze, die ihr Leben lang in einer Wohnung lebt, kennt es nicht anders. Sie kann das Leben in der Natur nicht vermissen und ist dementsprechend auch nicht zwangsläufig unglücklich darüber. Zudem macht der Alltag des Menschen ihr Leben durchaus abwechslungsreich und spannend – dafür genügt manchmal schon der Gang ins Nebenzimmer, nachdem der Mensch dort etwas verändert hat und es beispielsweise durch die Wäsche anders riecht.
  • Halter bauen eine intensivere Beziehung zu ihren Tieren auf. Zudem gibt es etliche Möglichkeiten, um den Stubentiger ebenso ausgiebig zu bespaßen wie in der freien Natur. Sei es durch entsprechende Klettermöglichkeiten, Spielzeug, regelmäßige Spielstunden oder Clickertraining.
  • Und damit Langeweile keine Chance hat, sollte man von Anfang an überlegen, ob es nicht besser wäre, sich gleich zwei Katzen anzuschaffen.

Nachteile für Wohnungskatzen

  • Die reine Wohnungshaltung ist für den Halter mit vergleichsweise vielen Kompromissen und Einschränkungen verbunden, wenngleich Katzenbesitzer diese in der Regel gern in Kauf nehmen. So müssen sie beispielsweise umso mehr dafür sorgen, dass eine artgerechte Ernährung gewährleistet wird, stets ein sauberes Katzenklo vorhanden ist und ein idealer Kratzbaum genutzt werden kann. Auch die regelmäßige Beschäftigung mit dem Tier ist wichtig, denn für Katzen gibt es wohl kaum etwas Schlimmeres als dauerhafte Unterforderung.
  • Gerade Katzen, die bereits lange als Freigänger gehalten wurden, tun sich mit dem Umstieg in eine reine Wohnungshaltung schwer. Sie sind an das Leben im Freien ohne Einschränkungen gewöhnt und ohne ihren Freigang mitunter totunglücklich. Das drückt sich auch in entsprechendem Verhalten aus, beispielsweise dem Markieren in der Wohnung. Ehemalige Freigänger sollten in jedem Fall nicht nachträglich in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.
  • Auch das beste Spielzeug und der bemühteste Mensch können einen Artgenossen nicht ersetzen. Wohnungskatzen sollten daher nach Möglichkeit immer zu mehreren gehalten werden (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das gilt ganz besonders dann, wenn die Menschen tagsüber nicht im Haus sind und das Tier ansonsten ständig allein wäre.
  • In der Wohnung lauern ebenfalls einige Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind. Darunter beispielsweise das sogenannte „Kippfenster-Syndrom“, das zu gefährlichen Quetschungen oder sogar dem Tod führen kann. Ein solcher Unfall entsteht, wenn das Fenster „auf Kipp“ steht und die Katze versucht, hindurch zu greifen oder zu klettern. Ist ein Balkon vorhanden, so sind auch Stürze nicht selten. Darüber hinaus ist die Katze in der Wohnung schleichenden Giften ausgesetzt, die langfristig schädlich sind. Sei es der Dampf von Reinigungsmitteln, Tabakqualm oder die Kinder, die regelmäßig Krankheitserreger mit ins Haus bringen.

Welche Haltungsform ist besser?

Ob nun Wohnunskatze oder Freigängerkatze – wie Katzen letztendlich am besten gehalten werden, ist vor allem eine Sache der gegebenen Voraussetzungen. Steht ein großer Garten zur Verfügung und befindet sich der Wohnort in einem verkehrsberuhigten Gebiet, so spricht meist nur wenig dagegen, den Stubentiger regelmäßig rauszulassen. Befindet sich die Wohnung stattdessen im 5. Stock eines Hochhauses mitten in der Stadt, so ist die reine Wohnungshaltung normalerweise die einzige Möglichkeit. So oder so, beide Haltungsformen können durchaus artgerecht sein und für ein glückliches Katzenleben sorgen, sofern sich der Halter vernünftig damit auseinandersetzt und sich für Sicherheit, vollwertige Ernährung und Beschäftigung einsetzt.

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