Den Hund bestrafen

Manchmal geht es nicht ohne Strafe, aber die einen setzen auf Druck, Gewalt, Strafe und Angst – die anderen bestrafen den Hund dagegen "hundgerecht".

Erziehung mit Bestrafung

Möchte man den Hund dazu bekommen, dass er seine Interessen zugunsten der eigenen aufgibt, ohne dass er eine Gegenleistung bzw. einen Ersatz dafür erhält, so muss man ihn einschüchtern, unterdrücken und ihm Angst vor Strafen machen.  

Auch wenn viele Hundetrainer immer noch behaupten, dass man nur die richtige Ausstrahlung, Körpersprache und Energie besitzen müsse, um den Hund ohne jegliche Belohnung dazu zu bringen, dass er gehorcht, so ist das immer nur Fassade. Was man zu sehen bekommt, ist hier immer nur das Endergebnis: Der Halter ruft den Hund bzw. gibt ein kleines, fast nicht wahrnehmbares Handzeichen, und dieser steht wie der Blitz neben ihm. Er braucht dann weder Lob noch Belohnung und auch überhaupt keine Strafen, denn schließlich ist es für den Hund das größte Vergnügen, dass er seinem Menschen gehorchen darf. Es ist zwar richtig, dass der Hund am Ende der „Ausbildung“ aufs Wort gehorcht, und es keine bzw. so gut wie keine Strafen mehr braucht. Es ist aber sicherlich nicht die natürliche Begabung des Halters bzw. Trainers für Hundeerziehung, die dahinter steckt.  

Methoden, die hier immer wieder eingesetzt werden, sind z. B.:

  • Stachelhalsband
  • Würgehalsband
  • Elektroschockgeräte
  • Den Hund auf den Boden drücken
  • Den Hund mit dem sog. „Leinenruck“ von etwas abhalten
  • Dinge nach oder auf den Hund werfen
  • Schläge
  • Druck
  • Einschüchterung

Erziehungsmethoden im Vergleich

Praktisch funktioniert sowohl die Erziehung über positive Verstärkung, als auch die über Unterdrückung, Schmerzen und Angst. Letztere zumindest dann, wenn der Halter bzw. die Person, vor der der Hund Angst hat, anwesend ist und Einfluss auf den Hund hat. 

Es lässt sich auch nicht leugnen, dass die Methode über Schmerzen und Angst häufig die ist, die schneller zu den gewünschten Ergebnissen führt, da der Hund – wenn die Strafe nur hart genug ist – diese kein weiteres Mal riskieren wird.  Jeder Hundehalter muss sich aber selbst die Frage beantworten, auf welche Art und Weise er mit einem Freund umgehen möchte. Das Ziel ist schließlich nicht, dass der Hund seinem Halter nicht von der Seite weicht, sofort kommt, wenn er gerufen wird, sondern dass der Hund gerne mit seinem Menschen zusammen lebt und sich freiwillig in dessen Nähe aufhält und sich dort wohl fühlt.  

Die Grenze zwischen beiden Methoden ist fließend und es wird sich nicht immer vermeiden lassen, dem Hund bestimmte Verhaltensweisen abzugewöhnen, weil sie für ihn negative Konsequenzen haben. Es gibt aber absolut keinen Grund, Gewalt anzuwenden oder den Hund so stark einzuschüchtern, dass er nur aus Angst gehorcht. 

Den Hund „richtig“ bestrafen

 Bei bestimmten Verhaltensweisen geht es leider nicht immer ganz ohne Strafe. Hier gilt allerdings auf jeden Fall „So viel Strafe wie nötig, so wenig wie möglich“.

Bedenken Sie bei der Bestrafung

  • Es wird niemals der Hund bestraft, sondern immer nur das unerwünschte Verhalten.  
  • Jede Strafe muss vom Hund eindeutig verstanden werden und diese muss hundegerecht sein.  
  • Die Strafe muss jedes Mal auf das unerwünschte Verhalten folgen und ein richtiges Timing ist sehr wichtig.  
  • Einen Hund stunden- oder gar tagelang zu ignorieren, ist Tierquälerei.  
  • Einen Spaziergang ausfallen zu lassen, weil der Hund vor Stunden etwas falsch gemacht hat, wird der Hund nicht verstehen!  
  • Der Hund wird niemals geschlagen oder sonst irgendwelche körperliche Gewalt angewandt. 


Strafen, die der Hund verstehen kann

  • Wegstecken eines schon herausgeholten Leckerchens, nachdem der Hund nicht sitzen geblieben ist.
  • Ignorieren des unerwünschten Verhaltens (aber sofortiges Belohnen des erwünschten Verhaltens). 
  • Kurze Auszeit (nur wenige Sekunden oder 1 bis 2 Minuten)  
  • Spielabbruch, wenn er in die Hände beißt
  • Konsequentes und unmissverständliches Unterbrechen eines unewünschten Verhaltens (ohne Gewalt!). Ganz wichtig ist hier, dass das unerwünschte Verhalten nicht nur unterbrochen wird, sondern dass der Hund auch eine Alternative angeboten bekommt, für die er anschließend sofort wieder belohnt werden kann.
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