Schmerzen beim Hund – Anzeichen und Tipps

Leiden Hunde an Schmerzen, wird das von Menschen oft erst relativ spät bemerkt. Erfahren Sie hier, wie Sie bei Ihrem Hund Schmerzen erkennen und diese lindern können.

Hunde verbergen ihren Schmerz

Damit Sie einen an Schmerzen leidenden Hund nicht erst erkennen, wenn er bereits immense Qualen durchmachen muss, ist eine sorgfältige Beobachtung ein Muss. Der Grund hierfür hängt mit seinen Vorfahren zusammen, den Wölfen: Leidet eins der Tiere, verbirgt es seine Qualen instinktiv, weil es im geschwächten Zustand ein leichtes Opfer für Feinde wäre oder im Rudel ausgestoßen werden könnten. Dieses Verhalten ist auch noch bei Haustieren verankert.  

Jaulen Hunde bei einer Berührung laut auf oder humpeln womöglich beim Gehen, sind dies klare Anzeichen. Doch derart deutlich zeigen sich Schmerzen häufig nicht. Stattdessen erfordert eine frühe Erkennung von körperlichen Beschwerden einen kritischen Blick auf den Körper der Tiere, weil sie nur selten akustisch auf sich aufmerksam machen.

Anzeichen für Schmerzen beim Hund

Veränderungen an Fell, Haut, Augen und Kot können erste Signale sein. Aber auch untypisches Verhalten sollte ernst genommen werden. 

Typische Anzeichen für Schmerzen, die mit Erkrankungen oder Verletzungen zusammenhängen können: 

  • Stumpfes Fell
  • Ausfluss aus Nase und Augen
  • Blutunterlaufene Augen
  • Dauerhaft verengte oder geweitete Pupillen
  • Verringerte Futteraufnahme
  • Beschleunigte Atmung
  • Verkrampfte Körperhaltung
  • Erbrechen
  • Übermäßiges Lecken an bestimmten Körperstellen
  • Zittern
  • Unüblich häufiger Rückzug
  • Aggressivität
  • Apathisches Verhalten (Hund wirkt teilnahmslos)
  • Nervosität
  • Antriebslosigkeit


Wichtig: Liegt die Vermutung nahe, dass Ihr Hund Schmerzen hat, sollten Sie nicht länger abwarten, sondern direkt Kontakt mit einem Tierarzt aufnehmen. Bei erkennbaren Schmerzen leidet der Hund oft bereits eine längere Zeit, sodass weiteres Warten auf Besserung nicht sinnvoll ist. Stattdessen sollte ein gründlicher Check durch einen Experten erfolgen, um herauszufinden, woran das Tier leidet.

Schmerzen lindern – Rücksprache mit dem Tierarzt

Ein großer Fehler wäre es, einem schmerzleidenden Hund ohne Absprache mit dem behandelnden Tierarzt Medikamente zu verabreichen. Unter keinen Umständen dürfen sie Schmerzmittel der Humanmedizin erhalten – also Präparate für Menschen. Diese können für Hunde giftig sein und die Situation verschärfen. Zunächst muss die Ursache festgestellt werden, um eine angemessene Behandlung einleiten zu können. Diese kann je Diagnose sehr unterschiedlich ausfallen. Möglicherweise bedarf es einer Operation, vielleicht einer Ernährungsumstellung oder es genügt die Einnahme eines Medikaments. Möglicherweise empfiehlt der Tierarzt auch Alternativen zur Veterinärmedizin. Hierzu zählen beispielsweise Öle, Bachblüten, Massagen oder Wärmebehandlungen, die nach ärztlicher Rücksprache zur Schmerzlinderung und Heilung beitragen können.

CBD-Öl für Hunde

CBD-Öle sind seit einigen Jahren überaus gefragt. Was sich zunächst für Menschen durchsetzen konnte, ist inzwischen auch im Bereich Haustiere ein beliebtes Ergänzungsmittel. Der Grund: Cannabidiol (CBD) ist ein nicht psychoaktiver Stoff aus der Hanfpflanze, der Einfluss auf das körpereigene Endocannabinoid-System nehmen kann, über das Menschen ebenso verfügen wie Hunde. Dieser Teil des Nervensystems beeinflusst diverse Körperfunktionen wie das Immunsystem, den Darm und den Schlaf.

Cannabidiol wird darüber hinaus eine angstlösende, entkrampfende sowie entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Faktoren, die auch in Verbindung mit Schmerzen unterstützend wirken können. Teilweise wird das Öl auch bei Hunden mit Arthrose verabreicht, um die Schmerzen im Bewegungsapparat zu lindern. Zudem soll CBD gegen Übelkeit helfen. Im Magazin für Naturheilkunde finden Sie vom Tierarzt empfohlene CBD Öle für Hunde im Test. Im Artikel wird auch erläutert, wie CBD-Öle hergestellt und dosiert werden.

Kühl- und Wärmebehandlungen

Ein praktisches Hilfsmittel zur Linderung von Schmerzen bei Hunden sind Wärme- und Kühlbandagen. Spezielle Modelle für Tiere lassen sich beispielsweise durch Klettverschlüsse komfortabel an den Beinen fixieren, um Schmerzen und Schwellungen bei Verletzungen zu lindern. Derartige Bandagen sind mit einer Gelkompresse ausgestattet, welche von textilen Materialien wie Fleece ummantelt ist. Die Streifeneder Tierorthopädie mit Sitz im bayerischen Emmering klärt online über die Anwendung von Kühl- und Wärmebandagen auf. Milde Kälte wird zum Beispiel zur Erstversorgung bei Prellungen oder nach Stürzen empfohlen. Die Wärmebehandlung sei bei chronischen Erkrankungen wie Arthrose oder rheumatischen Beschwerden ratsam. 

Generell gilt für Hundehalter bei Verdacht auf Schmerzen bei Hunden: Ruhig bleiben und das Tier nicht zusätzlich unter Stress setzen. Hunde reagieren sensibel auf die Energie der Menschen. Sind sie unruhig, gestresst und ängstlich, kann das Tiere unnötig beunruhigen.

Vorsicht bei Vergiftungserscheinungen!

Leider lässt sich das Risiko für Vergiftungen bei Hunden nicht ausschließen, sondern lediglich minimieren. Besonders heikel kann es werden, wenn die Tiere unterwegs einen Giftköder fressen. Je nach Gift, sind die Anzeichen der Vergiftung entweder sofort oder erst Tage nach der Aufnahme erkennbar. Typische Symptome sind Zittern, extreme Aufregung, verstärktes Speicheln, Durchfall, Erbrechen, Würgen und Bauchkrämpfe. Aber auch Blut im Urin, Kot oder iim Erbrochenen sowie Atemprobleme, Bewusstlosigkeit, Kreislaufprobleme und Schwäche sind Warnsignale.  

Giftige Lebensmittel sind ebenso eine Gefahr für Hunde. Dazu zählen unter anderem: 

  • Schokolade
  • Koffein
  • Weintrauben
  • Süßstoffe  
     

Bei einem Verdacht auf Vergiftung dürfen Hundebesitzer keine Zeit verlieren. „Durch die Vielzahl der Stoffe, die zu einer Vergiftung führen können, ist es für den Laien im Notfall unmöglich, gezielt zu helfen: Also: So schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen!“, erklärt Tierarzt Dr. Thomas Steidl auf der Internetpräsenz der BTK (Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e. V.) in einer Meldung mit Notfalltipps bei Vergiftungen beim Hund. Tierärzte können dann umgehend Maßnahmen einleiten, um das Gift schnellstmöglich aus dem Körper zu entfernen oder zumindest die weitere Giftaufnahme des Organismus stoppen.

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Kommentare (1)

  • Julian Wassermann
    Julian Wassermann
    am 19.06.2021
    Tolle und sehr informative Inputs! Was ich aus eigener Erfahrung dem Thema beifügen kann: Mein Hund hat bereits mehrmals gute Erfahrungen mit homoöpathischen Behandlungsmethoden gemacht, etwa bei Beschwerden wie Durchfall und anderen akuten Krankheiten. Das ist finde ich dann aber auch professionell von Fall zu Fall zu prüfen. Also am besten nicht selber mit irgendwelchen Mitteln experimentieren, sondern zuerst einen Heilpraktiker aufsuchen und sich informieren lassen. Die umfassende Anamnese am Anfang ist da wirklich wichtig!

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