Freigänger-Katzen

Bei Katzenhaltern wird das Thema Freigänger-Katze oder Wohnungskatze immer wieder kontrovers diskutiert. Das sind die Vorteile und Risiken, wenn die Katze Freigang hat.

Das Leben als Freigänger-Katze

Wo die einen den Freiheitsdrang der Katze vertreten, da argumentieren die anderen damit, dass ein Leben in der Wohnung ebenfalls artgerecht sein kann und nicht zwangsläufig mit Problemen für die Samtpfoten einhergehen muss. Zudem lauern in der heute modernen und schnellen Welt auch durchaus ernstzunehmende Gefahren, allen voran der Verkehr. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob die Katze Freigänger oder Wohnungskatze ist in der Regel jedoch gar nicht erst – denn wer sein Tier in der Wohnung hält, der hat meist gar keinen Zugang zur freien Natur und wer seine Tiere nach draußen lässt, der kann dies in der Regel auch problemlos verantworten. Fakt ist, dass beide Formen der Tierhaltung katzengerecht gestaltet werden können. Das sind die Vor- und Nachteile einer Freigänger-Katze.

      Vorteile für Freigänger-Katzen

      • Bei den Tieren kommt keine Langeweile auf, denn sie haben unzählige Möglichkeiten, sich in der Natur zu beschäftigen. Katzen sind eigenständige und unabhängige Tiere. Das zeigt sich etwa daran, dass sie im Freien durchaus auch ohne ihren Menschen zurechtkommen können. 
      • Freigänger bewegen sich automatisch mehr als reine Wohnungskatzen, daher neigen sie kaum zu ungesundem Übergewicht.
      • In der Natur treffen Katzen auf andere Tiere und Artgenossen und erleben weitaus mehr als im begrenzten Raum einer Wohnung.
      • Der Halter hat weniger Arbeit mit seinem Haustier, denn in der Regel ist die Katze viel unterwegs und kommt womöglich nur nachts zurück nach Hause. Dementsprechend wenig Arbeit fällt beispielsweise bei der Reinigung des Katzenklos an.
      • Auch Freigänger sind nicht nur draußen unterwegs, sie freuen sich genauso wie Wohnungkatzen über ein warmes Heim und regelmäßige Streicheleinheiten. Die Beziehung zum Tier muss also nicht zwangsläufig darunter leiden, dass die Katze gern einmal unterwegs ist. Das gilt insbesondere für den Winter, in dem die Katzen bevorzugt die Wärme suchen und zu echten Stubenhockern werden können. Die kalten Temperaturen laden selbst die hartgesottensten Freigänger nicht gerade ein, die Umgebung zu erkunden. Daher ist ein variantenreiches Repertoire an Spielzeug wie Katzenangeln oder Bällchen zur Überbrückung der Stunden im Wohnungsinnern besonders hilfreich. Wenn der Drang ins Freie aber unüberwindbar ist, kann auch die Installation einer Katzenklappe für Abhilfe sorgen. Eine Besonderheit stellen außerdem sogenannte Thermohütten dar, die im Freien aufgestellt werden und dank Isolierung und Ausstattung mit Decken oder Stroh im Notfall für ein warmes Plätzchen sorgen.

          Katze an Freigang gewöhnen

          Ob die Vorteile die Nachteile aufwiegen können, muss letztendlich jeder Halter selbst entscheiden. Großen Einfluss darauf nehmen verschiedene Faktoren wie beispielsweise der Wohnort, die Vorgeschichte der Katze oder mögliche Unverträglichkeiten mit anderen Katzen. Hier gilt es also in jedem Fall individuell abzuwägen, denn was für die eine Katze eine absolute Bereicherung im Leben sein kann, das ist für die andere vielleicht eine zusätzliche Last.

          Wenn Sie einer jungen Katze bzw. einer Katze, die neu bei Ihnen eingezogen ist, Freigang gewähren möchten, sollten Sie auf folgendes achten:

          • Die Katze sollte geimpft sein.
          • Die Katze sollte kastriert sein.
          • Die Katze sollte gechipt / markiert sein.
          • Die Katze sollte sich in ihrem Zuhause wohl fühlen.
          • Die Umgebung sollte verkehrsarm sein.

          Wichtig ist, dass die Katze sich vor ihrem ersten Freilauf hervorragend eingelebt hat. Keinesfalls sollte dieser bereits in den ersten zwei Wochen stattfinden. Ideale Voraussetzungen schafft man, wenn die Katze bei ihrem ersten Ausflug nicht pappsatt sondern etwas hungrig ist. Umso leichter fällt es, sie mit Leckerchen zurückzulocken bzw. sie kommt recht bald freiwillig zurück, weil sie etwas zu Fressen haben möchte. Keinesfalls sollte man der Katze hinterherrennen und versuchen, sie wieder einzufangen, weil sie sich zum Beispiel der Grundstücksgrenze nähert. Das könnte die Katze verunsichern und verscheuchen. Und überlegen Sie sich gut, ob Sie Ihre Katze (trotz Miauen) abends noch hinauslassen wollen oder die Ausflüge möglichst nur am Tag zulassen. So mancher Katzenhalter hat schon schlaflose Nächte erlebt...

          Risiko für eine Freigänger-Katze

          • Halter sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie die Kontrolle über ihr Tier abgeben. Sorgt der Freigänger für einen Schaden, so haftet der Katzenhalter.
          • Die größte und bekannteste Gefahr für einen Freigänger stellen sicherlich vorbeifahrende Autos dar. Gerade in Gegenden mit stark befahrenen Straßen passiert es nur allzu oft, dass ein Tier vor das Auto läuft und überfahren wird. 
          • Davon abgesehen gibt es noch zahlreiche andere Gründe, weshalb eine freilaufende Katze plötzlich „verschwinden“ könnte: manchmal sind es Revierkämpfe mit anderen Artgenossen, die die Katze aus der Gegend treiben, aber auch Marder und sonstige Feinde in der freien Natur können es der Hauskatze schwer machen. Nicht selten entstehen auf diesem Weg ernsthafte Verletzungen und auch Parasiten oder giftige Pflanzen können dem Tier schaden.
          • Heutzutage geht auch vom Menschen eine ernstzunehmende Gefahr aus – viele Nachbarn sind nicht erfreut über die Hinterlassenschaften von Katzen und setzen sich mehr oder weniger rabiat zur Wehr, selbsternannte „Katzenhasser“ legen sogar Giftköder aus. Gerade in Wäldern und ländlichen Gebieten ist außerdem immer wieder die Rede von Jägern, die die Samtpfoten einfach abschießen.
          • Nicht immer muss der Grund des Verschwindens jedoch so dramatisch sein. Manchmal gefällt es dem Freigänger bei einem Nachbarn einfach besser und er „zieht um“. Grund dafür ist die Tatsache, dass Freigänger häufig auch von anderen Anwohnern mitversorgt werden, die sich über die regelmäßigen Besucher freuen – hier kann es durchaus passieren, dass die Katze trotz aller Bewegung merklich dicker wird.
          • Generell sollten sich Halter darüber bewusst sein, dass freilaufende Katzen im Durchschnitt eine deutlich geringere Lebensdauer als Wohnungskatzen haben.
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