Glückskatze – Mythos und Wirklichkeit

Glückskatzen nennt man zum einen die seltenen dreifarbigen Katzen, zum anderen die sogenannten Maneki-neko. Angeblich bringen nicht nur die „Winke-Katzen“ Glück!

Was ist eine Glückskatze?

Haben Sie eine Katze zuhause? Dann schauen Sie mal nach, wie viele Farben sie aufweist. Etwa drei? Wenn sie jetzt noch die Farbkombination schwarz-rot-weiß aufweist, dann haben Sie eine echte Glückskatze zuhause. Doch die Wahrscheinlichkeit ist relativ gering, denn Glückskatzen sind sehr selten. Das liegt an dem speziellen Chromoseme-Mix, der die Voraussetzung für die Dreifarbigkeit einer Katze ist. Nur Katzen, die zwei X-Chromosome besitzen, können zur Glückskatze werden. Diese Kombination tritt üblicherweise nur bei weiblichen Katzen auf, weshalb der überwiegende Anteil an Glückskatzen weiblich ist. Nur sehr selten werden Kater mit zwei X- und einem Y-Chromosom geboren. Kommt bei ihnen zu den Farben rot und schwarz auch noch eine weiße Scheckung hinzu, dann werden auch sie zur Glückskatze. Aber so richtig Glück haben sie leider nicht, denn fast immer handelt es sich bei diesen Exemplaren um unfruchtbare Tiere.

Welchen Charakter hat eine Glückskatze?

Immer wieder wird spekuliert, ob der Charakter einer Glückskatze anders ist wie bei einfarbigen Katzen. Besitzer einer Glückskatze sind davon überzeugt und es gab sogar schon Umfragen, die dies bestätigen sollen. Der Wahrheitsgehalt dürfte eher fragwürdig sein, denn Katzen sind nun einmal äußerst individuell und so verwundert es nicht, dass fast jeder seine Katze als speziell bezeichnet. Glaubt man den Umfragen, sind Glückskatzen ein wenig hitzköpfiger, aufmüpfiger und etwas divenhafter. Außerdem sollen sie etwas unberechenbarer sein. Auf der anderen Seite berichten Besitzer, dass ihre dreifarbige Katze sehr freundlich, ausgeglichen und kontaktfreudig sei. Ob also eine Glückskatze einen speziellen Charakter hat, ist nicht bewiesen – und wahrscheinlich wird es auch immer so bleiben.

      Ursprung der Glückskatze

      Bereits im Mittelalter glaubten die Menschen an den besonderen Mythos der dreifarbigen Glückskatzen. Wer eine besaß, war ein echter Glückspilz, wie schon in Brehms Tierleben aus dem Jahr 1893 zu lesen war: „Eine dreifarbige Katze schützt das Haus vor Feuer und anderem Unglück, die Menschen vor Fieber und löscht das Feuer, wenn man sie in dasselbe wirft.“ Auf der anderen Seite musste man aber auch aufpassen: „Wer eine dreifarbige Katze ertränkt, hat kein Glück mehr oder ist sieben Jahre lang unglücklich. Wer sie totschlägt, hat fernerhin kein Glück.“

      Der japanische Glücksbringer Maneki-neko

      Unglaubliche Popularität erlangten Glückskatzen in Japan. Ausgangspunkt war die Entstehung der Katzenrasse „Japanese Bobtail“. Dabei handelt es sich um eine dreifarbige Katze mit kupiertem Schwanz. Bereits um 1600 wurde sie am japanischen Kaiserhof gezüchtet und galt als Inbegriff von Wohlstand und Macht. Die wenigsten Menschen bekamen sie je zu Gesicht – zumindest nicht in echt. Vielleicht entstand daraus der Kult um die Maneki-neko, der „Winkende Katze“, deren Vorbild die Japanese Bobtail war. Zuerst gab es nur Zeichnungen, schließlich wurden Keramikfiguren in Form einer sitzenden Katze mit erhobener Pfote hergestellt. Befindet sich die linke Pfote oben, sollen damit Besucher herangelockt werden. Hebt die Katze die rechte Pfote, wird Glück und Wohlstand erbeten. Manchmal gibt es auch Katzen, die beide Pfoten heben, aber das gilt bei vielen Japanern als übertrieben und verpönt.

      Für jeden die passende Glückskatze

      Maneki-neko
      Eine Maneki-neko (Foto:Searobin)

      Heute sieht man eine Maneki-neko in vielen japanischen und chinesischen Geschäften. Ihre „Aufgabe“ ist es, Kunden herbeizuwinken. Damit dies möglichst auffällig stattfindet, wurden in Thailand Glückskatzen hergestellt, die sogar winken können. Aber auch viele Privatpersonen finden Gefallen an Maneki-neko Glückskatzen, die es inzwischen in den unterschiedlichsten Größen und Farben gibt. Eine dreifarbige Maneki-neko soll Glück und Wohlstand bringen, eine schwarze Dämonen abhalten, eine golden für Reichtum sorgen, eine pinke Liebhaber herbeilocken und eine rote Krankheiten vertreiben. Es gibt also für jeden die passende Glückskatze.

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