Den Hund alleine lassen

So gerne wir das auch möchten, wir können unsere Hunde nicht immer mitnehmen. Der Hund muss lernen, auch einmal stundenweise alleine zu bleiben.

Warum ist das Alleinebleiben für Hunde so schwer?

Es gehört nicht zu den normalen Lebensbedingungen eines Hundes, dass er über einen längeren Zeitraum von seinen Sozialpartnern getrennt ist. Im Gegenteil, für einen wild lebenden Hund oder Wolf bedeutet eine Trennung evtl. Lebensgefahr. Hunde sind von Natur aus keine Einzelgänger und auf ein soziales Leben in der Gruppe angewiesen. Nur in der Gruppe können sie erfolgreich auf die Jagd nach größeren Beutetieren gehen, ihr Revier gegen Eindringlinge verteidigen und ihren Nachwuchs sicher groß ziehen. Es ist daher verständlich, dass auch unsere Hunde erst einmal Angst davor haben, wenn wir sie alleine lassen. Da unsere Hunde aber sehr lernfähig sind, ist es natürlich möglich, dass sie erkennen, dass es keine Gefahr bedeutet, wenn sie einmal alleine zu Hause oder im Auto auf die Rückkehr ihres Menschen warten müssen. Allerdings lernen nicht alle Hunde das Alleinebleiben gleich schnell. Hier spielen neben der genetischen Disposition auch Vorerfahrungen eine wichtige Rolle.

Hunde, die nicht gern alleine bleiben

Wurde ein Hund bereits ein oder sogar mehrere Male abgegeben, so wurde sein Vertrauen darin, dass sein Mensch auf jeden Fall wieder zu ihm zurück kommt, enttäuscht. Diesen Hunden fällt es sehr viel schwerer, sich daran zu gewöhnen alleine zu bleiben, denn sie haben immer Angst, ihr aktueller Halter kommt auch nicht wieder zu ihnen zurück und wollen das natürlich so gut es geht verhindern.  

Noch schwieriger ist es, wenn ein Hund ausgesetzt wurde. Diese Hunde haben nicht nur ihren Menschen, sondern jegliche Sicherheit verloren. Je länger sie draußen auf sich gestellt waren und je schlechtere Erfahrungen sie machen mussten, desto mehr wird das Alleinesein zu einer Gefahr, die sie nicht noch einmal erleben möchten. Natürlich spielt hier der aktuelle Halter eine wichtige Rolle: Waren die ersten Versuche, den Hund alleine zu lassen bzw. daran zu gewöhnen, negativ besetzt und hat der Halter sich nicht richtig verhalten, kann der Lernprozess deutlich verzögert werden. Unmöglich ist es aber in den allerwenigsten Fällen!

Wann kann der Hund (noch) nicht alleine bleiben?

Die am meisten beobachteten Verhaltensweisen sind:

  • Lautäußerungen (Bellen, Winseln,Fiepen)
  • Unsauberkeit
  • Zerstörung von Gegenständen
  • Der häufig verwendete Begriff Trennungsangst ist so nicht ganz richtig, denn es handelt sich eigentlich mehr um eine Stressreaktion, mit den dafür typischen Begleiterscheinungen (starkes Hecheln, Erbrechen von Schleim, stereotype Verhaltensweisen, Übersprungshandlungen, selbstverletzendes Verhalten).

Wie lernt der Hund das Alleine bleiben? 

Egal, ob der Hund nie gelernt hat alleine zu bleiben, ob der Halter unbewusst dazu beiträgt, dass der Hund nicht alleine bleiben kann oder ob der Hund erst nach schlechten Erfahrungen Probleme damit hat – das Training ist nicht innerhalb weniger Stunden umsetzbar. Wie bei allen anderen unerwünschten Verhaltensweisen auch, muss erst einmal herausgefunden werden, warum der Hund nicht alleine bleiben kann. Spielen Angst, negative Lernerfahrungen oder auch Streit mit anderen Haustieren eine Rolle, muss zuerst hier angesetzt werden. Es versteht sich von selbst, dass der Hund nicht acht oder mehr Stunden alleine gelassen werden darf und genügend Auslauf, Beschäftigung und Aufmerksamkeit erhalten muss, bevor er alleine bleiben soll.  

Am leichtesten lernt ein Hund ohne negative Erfahrungen, dass sein Mensch immer wieder zurück kommt, wenn dieser in sehr kleinen Schritten anfängt. Das bedeutet, dass der Halter erst einmal nur das Zimmer verlässt und die Tür hinter sich schließt. Später kann er dann vor die Wohnungstür oder in den Garten gehen und nach und nach Entfernung und Zeit steigern. So wird es zu etwas ganz Normalem für den Hund, dass sein Halter nicht immer anwesend ist, dieser aber auf jeden Fall zuverlässig zu ihm zurück kommt. Sollte der Hund wild zu bellen anfangen, wenn Sie die Tür hinter sich schließen, drehen Sie nicht um und bemitleiden (= loben) den „armen“ Hund, sondern warten Sie ab, bis er sich beruhigt hat! Erst dann kehren Sie zurück und schenken ihm sowohl Ihre volle Aufmerksamkeit als auch eine ordentliche Belohnung (für sein schlussendlich ruhiges Warten).

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