Kaninchen-Ernährung

Die Ernährung von Kaninchen ist einer der wichtigsten Punkte bei der Haltung, denn die häufigsten Erkrankungen entstehen durch Fütterungsfehler. Neben dem Was ist vor vor allem wichtig, wie Kaninchen ernährt werden!

So funktioniert die Ernährung

Kaninchen sind reine Pflanzenfresser. Das bedeutet: Ganz wie ihre Vorfahren, die Wildkaninchen, ist ihr Verdauungsapparat hautsächlich auf Gräser und Kräuter eingestellt. Die Nahrungssuche und Aufnahme nimmt bei ihnen einen großen Teil Ihrer Zeit ein, denn sie sind zum einen Feinschmecker, die gerne ganz bestimmte Pflanzen und Pflanzenteile zu sich nehmen, zum anderen besitzen sie eine sehr schwache Darmtätigkeit. Das bedeutet: Die Verdauung wird nur durch die Futteraufnahme selbst in Gang gehalten. Man bezeichnet dies auch als Stopfmagen. Daher ist höchste Alarmstufe angesagt, wenn ein Kaninchen die Futteraufnahme verweigert.

Kaninchen mehrmals täglich füttern!

Kaninchen sind darauf ausgerichtet, etwa 90 mal pro Tag kleine Nahrungsmengen zu suchen und aufzunehmen. Daraus folgt für die Ernährung von Kaninchen: Ein Napf, der einmal am Tag gefüllt wird, befriedigt kein Kaninchen! Die Nahrungssuche gehört zu ihrer natürlichen Verhaltensweise und ist einer ihrer wichtigsten Beschäftigungen. Wir sollten deshalb das Futter in ihrem Heim verteilen und die Futtersuche möglichst spannend gestalten. Beispiele: Hochwertiges Heu an mehreren Stellen im Stall verteilen, Futterbälle oder eine Heutrommel anbieten, mehrmals täglich (in Maßen) geeignete Pellets, Karottenstücke, Apfelschnitze oder ähnliches auf den Dächern der Häuschen oder unter dem Heu verstecken. So ermöglichen wir unseren Kaninchen, ihr natürliches Futtersuche-Verhalten bestmöglich auszuleben. Das Argument der Verschmutzung des Futters ohne Napf und Raufe zählt nur bedingt, denn auf Sauberkeit der Nahrung muss so oder so geachtet und übrig gebliebenes entfernt werden – zumal die Tiere gerne Leckerbissen aus dem Napf nehmen und in einer ruhigen Ecke verspeisen.

Wildkaninchen legen auf der Futtersuche größere Strecken zurück und sind sehr findig und schlau, um sich gesund zu ernähren. Auch unsere Hauskaninchen wollen hoppeln, wühlen, schnuppern, sich lang strecken und, ja, sich auch ein wenig anstrengen! Auch diesem natürlich Verhalten können wir nur gerecht werden, indem wir ihnen neben der Futtersuche auch genügend Platz anbieten!

Portionsgrößen für die Ernährung von Kaninchen

  • Heu
    Heu sollte den Tieren stets zur Verfügung stehen. Das bedeutet, es sollte niemals ausgehen. Gerne können je nach Platzangebot mehrere Raufen und Heu-Ecken zur Verfügung stehen. Doch Heu sollte nicht nur aus Raufen angeboten werden, sondern auch am Käfig-/Gehegeboden einfach als Haufen zum „Herumrascheln“, Spielen und Ausleben des natürlichen Futteraufnahme-Verhaltens. Verschmutztes oder nasses Heu muss entfernt werden.
  • Salat/Wiesengrün/Gemüse
    Jedes Grünfutter sollte bei erstmaliger Gabe nur in geringen Mengen gegeben werden, damit sich der empfindliche Kaninchenmagen auf die neue Kost einstellen kann. Sind die Tiere an Gras/Salat/Wiesengrün/Gemüse gewöhnt, können sie je nach Sorte relativ bedenkenlos auch in größeren Mengen gegeben werden. Welche Sorten sich eignen, finden Sie unter Was fressen Kaninchen? und Kaninchenfutter.
    Übrigens: Viele Kaninchenhalter bieten Wiesengrün ebenso wie Heu zur freien Verfügung an. Bei reiner Indoorhaltung empfiehlt es sich, die Portionen so anzupassen, dass sie von den Tieren aufgegessen werden. So bleibt bis zur nächsten Fütterung bzw. über Nacht möglichst wenig liegen, was verderben könnte. Man nennt dies rationierte oder portionierte Fütterung.
  • Obst
    Obst sollte wegen des Zuckergehaltes nur in kleinen Mengen gefüttert werden, ist jedoch wichtig als Vitaminlieferant. Welche Sorten sich eignen, erfahren Sie in unserem Artikel über Kaninchenfutter. Das Obst sollte vorher gewaschen werden, Bio-Obst ist vorzuziehen! 
    Übrigens: Kaninchen können Vitamin C selbst produzieren. Es muss ihnen nicht über die Nahrung zugeführt werden. Allerdings brauchen Sie die Grundlage dafür in der Nahrung.

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Dehner Bio Bergwiesenheu stammt ausschließlich von Bergwiesen aus unberührter Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Es besteht aus zarten Gräsern, schmackhaften Wildkräutern und nahrhaftem Klee und hat zudem sehr hohe Nährwerte.

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Ernährung pro Kaninchen

Natürlich muss ein Kaninchen nicht 90 mal am Tag gefüttert werden. Es reichen drei bis vier Grünfuttergaben, wenn ansonsten Heu und Wasser immer zur Verfügung steht. Eine portionierte Tagesration für ein mittelgroßes Kaninchen könnte etwa so aussehen:

  • Morgens
    Eine Karotte mit Grün, drei große Blätter Kopfsalat oder fünf Blätter Chicoree
  • Mittags
    Ein Strauß Wiesengrün oder geeignete Salate, einige Stück Gurke
  • Abends
    Ein Strauß Wiesengrün (alternativ geeignete Salate), ein Apfelschnitz, eine halbe Fenchelknolle
  • Ganztags
    Heu und Wasser zur freien Verfügung.


WICHTIG: Dies ist lediglich ein Beispiel für die Ernährung von Kaninchen. Beobachten Sie Ihre Tiere und passen Sie die Menge individuell an. Bleibt bis zur nächsten Fütterung sehr viel liegen, reduzieren Sie die Menge. Steigern Sie sie, wenn die Tier zu schnell auffressen und merklich nach mehr suchen. Vergessen Sie niemals eine Mahlzeit! Auch für die Nacht muss Futter/Heu vorhanden sein, denn Kaninchen nehmen auch nachts Futter auf.

Ad libitum

Viele Kaninchenhalter sind von der Ad libitum-Fütterung überzeugt. Das bedeutet, dass das Kaninchen stets Zugang zu allen Futtermittelnhat: Gemüse/Obst, Wiesengrün und Heu.
Der Vorteil: Es muss nicht ständig portionsweise gefüttert werden und die Tiere können selbst die aufgenommene Futtermenge bestimmen.
Der Nachteil: Man hat weniger Kontrolle über die tatsächlich verzehrte Futtermenge pro Tier und muss sehr darauf achten, dass nichts verdirbt. Für die Indoorhaltung ist rationierte Fütterung in jedem Fall praktikabler.

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