Zeckenschutz für den Hund

Zecken sind eine Gefahr für jeden Hund. Deshalb sollte eine effektive Vorsorge stattfinden und sobald Sie eine Zecke entdeckt haben, muss diese fachgerecht entfernt werden.

Mit dem Frühling beginnt die Zeckenzeit

Der Frühlingsanfang ist ein wahres Paradies für den Hund. Die Temperaturen lassen nun wieder bis Ende Herbst lange Spaziergänge zu und an jeder Ecke warten Gerüche darauf, unter die Lupe genommen zu werden. Doch leider geht der Ausflug durchs hohe Gras und durch Wälder nicht selten mit Gefahren einher: Zecken haben es auf unsere Hunde abgesehen und lassen sich nur zu gern auf ihnen nieder. Sie werden besonders zum Problem für Halter, die sich nicht rechtzeitig um eine effektive Vorsorge bemüht haben. Die Auswahl an Zeckenmitteln ist groß und reicht von natürlichen Mitteln gegen Zecken, über Halsbänder oder Spot-on-Präparate aus dem Fachhandel bis zu hochdosierten Zeckenschutzmitteln vom Tierarzt.

Zecken lassen sich nicht immer vermeiden

Hundehalter bestätigen es immer wieder: Die Anfälligkeit ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Während der eine durchs dichte Unterholz kriecht und völlig verschont bleibt, genügt bei einem anderen schon ein kurzer Spaziergang im Park und er hat sich eine Zecke eingefangen. Wissenschaftlich erwiesen ist es nicht, aber es hat den Anschein, dass langhaarige Hunde gefährdeter sind, denn hier finden Zecken ideale Verhältnisse vor: Sie können sich gut an den Haaren festklammern und sich perfekt im dichten Fell verstecken, um ungestört ihre Blutmahlzeit zu sich zu nehmen. Doch ganz egal, was für einen Hund Sie haben – er sollte nach jedem Spaziergang auf Zecken untersucht werden. Gut verbinden können Sie dies mit der allgemeinen Pflege für den Hund.

Grundsätzlich können sich Zecken überall am Körper eines Hundes befinden. Allerdings gibt es ein paar bevorzugte Stellen. Zum einen sind dies dünnhäutige Körperstellen, zum anderen sind oft die Bereiche um den Kopf und Bauch betroffen, weil diese am häufigsten mit der Umgebung in Berührung kommen. Manche Zecken scheinen dann nicht lange auf die Suche nach einer geeigneten Stelle zu gehen, viele krabbeln jedoch zum Teil mehrere Stunden durch das Fell, bevor sie sich endgültig festbeißen. Diese Chance sollte nicht ungenutzt bleiben, weshalb das Absuchen nach Zecken immer zeitnah nach dem Gassi gehen erfolgen sollte.

Wenn eine Zecke zugebissen hat

Trotz Zeckenschutz und intensivem Absuchen lässt es sich nicht immer vermeiden, dass sich doch einmal eine Zecke festgebissen hat. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe: Im Anfangsstadium sind sie so winzig, dass sie leicht übersehen werden können und leider hält nicht jedes Zeckenmittel das, was es verspricht. Ein Problem kann auch die richtige Anwendung sein, denn natürliche Zeckenmittel müssen mitunter täglich aufgetragen werden. Wer sich daran nicht hält, wird wenig Erfolg haben. Sicherer ist die Anwendung chemischer Produkte in Form von Halsbändern und Spot-ons. Doch entsprechend hoch können auch die Nebenwirkungen sein bzw. es sollte jedem klar sein, dass diese Zeckenmittel giftig sind.  

Wenn Sie eine Zecke auf dem Hund entdeckt haben, die sich bereits festgesaugt hat, ist schnelles Handeln gefragt. Denn auch wenn die Zecke bereits dabei ist, Blut zu saugen, so findet eine mögliche Übertragung von Krankheiten üblicherweise nicht zu Beginn ihrer Mahlzeit statt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Gefahr einer Krankheitsübertragung – zum Beispiel mit Borreliose oder Babesiose – sehr gering ist, denn nur eine geringe Anzahl von Zecken sind infiziert. Da aber eine einzige ausreichen kann, möchte man seinen Hund natürlich schützen.

So entfernen Sie Zecken auf dem Hund

Am besten nutzen Sie keine normale Pinzette, sondern eine Zeckenzange oder einen Zeckenhaken, um die Zecke bestmöglich greifen zu können. Verzichten Sie darauf, die Zecke mit Öl oder Klebstoff zu beträufeln! Das ist ebenso kontraproduktiv wie unsachgemäß den Körper der Zecke zu zerquetschen. Beides kann dazu führen, dass sich die Zecke im Todeskampf „übergibt“ und dabei Krankheitserreger überträgt. Setzen Sie die Zange so nah wie möglich an der Einstichstelle an und ziehen Sie dann langsam aber beständig an.  

Seien Sie nicht verwundert, wenn die Zecke hartnäckig hängen bleibt. Sie haben einen hervorragenden Zangengriff. Da hilft es auch wenig, die Zecke zu drehen. Dieser Tipp stammt aus einer Zeit, als die Menschen noch dachten, Zecken hätten eine Art Bohrer als Mundwerkzeug. Dem ist nicht so, weshalb immer kräftigeres Ziehen früher oder später ausreicht, um die Zecke aus der Haut des Hundes zu entfernen. Keinesfalls dürfen Sie ruckartig an der Zecke ziehen, da sie dann möglicherweise auseinandergerissen wird, was es sehr schwierig macht, den Rest des Körpers zu greifen und zu entfernen.

Was tun mit der Zecke?

Die Zecke ist herausgelöst – was jetzt? Selbst die tierfreundlichsten Hundehalter werden zustimmen, dass die Zecke nicht wieder der freien Wildbahn übergeben wird. Vermeiden Sie, die Zecke mit bloßen Händen zu zerquetschen, da Sie selbst mit Krankheitserregern in Berührung kommen könnten. Besser ist es, die Zecke auf einem festen Untergrund mit einem harten Gegenstand (z.B. einem Stein) zu zerquetschen. Auch kochendes Wasser oder ein paar Minuten in hochprozentigem Alkohol verfehlen ihre Wirkung nicht. Ebenso können Sie die Zecke mit einem Klebestreifen umgeben, zerdrücken und im Abfall entsorgen.  

Können Hunde geimpft werden?

Es gibt keine Impfung gegen Zecken! Allerdings gibt es eine Impfung gegen Borreliose. Diese wird jedoch von der „Ständigen Impfkommission Veterinär“ nicht als „Pflichtimpfung“ angesehen. Dazu zählen Parvovirose, Staupe, Tollwut und Leptospirose. Eine Impfung gegen Borreliose wird nur bei einer erhöhten Infektionsgefahr empfohlen, da Untersuchungen ergeben haben, dass bei der überwiegenden Anzahl von Hunden, die den Erreger in ihrem Körper tragen, kein Ausbruch der Krankheit stattfindet. Dementsprechend kann man sich das Risiko einer Impfung sparen und sollte stattdessen auf eine adäquate Abwehr mit einem Mittel gegen Zecken setzen.

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