Corona beim Hund

Hunde können schon lange an Coronaviren erkranken. Diese unterscheiden sich jedoch von dem neuartigen Covid-19-Virus, welcher seit Ende 2019 bei Menschen auftritt!

Hund an Covid-19 erkrankt?

Aus Hongkong kam Anfang März 2020 die Nachricht, dass bei einem Hund das neuartige Coronavirus nachgewiesen worden war. Es handelte sich um den Zwergspitz einer Frau, die an Corona erkrankt war. Die Aufregung war verständlicherweise groß, denn dadurch könnten Millionen von Haustieren bedroht sein. Außerdem könnte dies zu panikartigen Reaktionen gegenüber Haustieren führen. In der chinesischen Großstadt Wuhan wurden bereits vor dieser Meldung einige einfach zurückgelassen, als Bewohner vor Eintritt der Quarantäne noch Hals über Kopf aus der Metropole flohen.  

In dem Test, der routinemäßig bei dem Hund der mit Corona infizierten Person durchgeführt wurde, konnten winzige Rückstände des neuartigen Virus‘ auf Nase und Schnauze festgestellt werden. Ob der Hund das Coronavirus tatsächlich aufgenommen hatte und wie sein Gesundheitszustand war, erfuhr die Welt vorerst nicht. Professor Jonathan Ball, Virologe der University of Nottingham, kritisierte diese wage Aussage und machte deutlich, dass es keinen Grund für eine Massenhysterie gäbe. Zum einen gäbe es bis dato keinerlei Nachweise, zum anderen hielt er es für höchst unwahrscheinlich, dass sich das Virus derartig schnell erneut angepasst haben könnte. Wahrscheinlich wurde es von Fledermäusen auf den Menschen übertragen. Im vorliegenden Fall hätte es sich nun innerhalb weniger Wochen ein zweites Mal verändern und auf den Hundeorganismus einstellen müssen. Noch viel unwahrscheinlicher wäre es darüber hinaus, dass Hunde dann eine Gefahr für Menschen darstellen könnten, weil sich das Virus erneut anpasst und von Hunden auf Menschen übertragbar wäre.

Entwarnung der Behörden!

Nach der Mitteilung, dass bei dem Hund einer Coronapatientin ein schwach positives Ergebnis des Covid-19-Virus diagnostiziert wurde, verging über eine Woche, bis sich die Hongkonger Landwirtschafts- und Fischereibehörde mit neuen Untersuchungsergebnissen meldete. Darin hieß es: „Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass ein Haustier sich an Covid-19 anstecken oder selbst zu einer Infektionsquelle werden könnte.“ In der Zwischenzeit war festgestellt worden, dass es sich ausschließlich um eine passive Verunreinigung auf Nase und Schnauze des Hundes handelte. Dazu war es höchst wahrscheinlich aufgrund von Berührungen zwischen Mensch und Hund gekommen. Eine Übertragung des Virus hatte nicht stattgefunden und der Hund zeigte auch keinerlei Krankheitssymptome. 

Der Entwarnung der Hongkonger Landwirtschafts- und Fischereibehörde schloss sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Sie veröffentlichte folgendes Statement: Aktuell gibt es keine Erkenntnisse, dass sich Haustiere wie Hunde oder Katzen am neuen Coronavirus anstecken könnten. Es ist jedoch immer eine gute Idee, sich nach einem Kontakt mit Haustieren die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Dies schützt vor einer Reihe von Bakterien wie zum Beispiel Salmonellen und Colibakterien, welche zwischen Haustier und Mensch übertragen werden können.“

Die Virusfamilie Corona

Coronaviren existieren bereits sehr lange. Es handelt sich dabei um eine Virusfamilie, deren einzelne Vertreter bei Säugetieren, Vögeln und Fischen zu den unterschiedlichsten Krankheiten führen können. Häufig sind sie auf einzelne Tierarten spezialisiert, doch es kann auch zur Überwindung einer Artenbarriere kommen. Eine bestimmte Coronaspezies tritt dann also bei zwei oder mehreren unterschiedlichen Tierarten auf. Darüber hinaus können es die genetisch hochvariablen Coronaviren manchmal auch schaffen, auf den Menschen überzuspringen und sich dort erfolgreich zu vermehren. Dadurch kam es 2002 zur SARS-Pandemie und 2020 zur weltweiten Verbreitung des neuartigen Coronavirus‘ Covid-19.

Können Hunde und Katzen Coronaviren in sich tragen?

Coronaviren beschäftigen Hunde- und Katzenhalter nicht erst seit dem Ausbruch 2020. Sowohl Katzen wie auch Hunde können sich mit spezifischen Vertretern dieser Virengruppe infizieren. Dabei handelt es sich nicht um Covid-19! Bei Katzen kommt das Feline Coronavirus (FCoV)vor, bei Hunden das Canine Coronavirus (CCoV). Auch wenn eine Katze sich (zumeist über den Kot anderer Tiere) mit Coronaviren infiziert, so muss es nicht zu einem Krankheitsausbruch kommen. Bei lediglich 5 bis 10 Prozent der Tiere erfolgt eine Mutation zum FIP-Virus. In diesem Fall ist die Diagnose sehr schlecht. Die meisten Katzen sterben innerhalb von ein bis zwei Wochen. 

Das Canine Coronavirus ist in den Hundepopulationen relativ weit verbreitet und wurde erstmals 1971 bei Hunden entdeckt. Es wird über die Nase oder das Maul aufgenommen und dringt in den Magen-Darm-Trakt der Hunde vor. Schwerwiegende Folgen sind sehr selten. Zumeist zeigt der Hund zwar Symptome wie Erbrechen, Durchfall und daraus folgend Dehydration. Allerdings kann der Tierarzt mithilfe einer Flüssigkeits- und Elektrolytetherapie in den meisten Fällen schnell für Besserung sorgen.

Was tun, wenn Hundehalter an Covid-19 erkranken?

Bei einem Coronanachweis werden Personen je nach Gesundheitszustand ins Krankenhaus eingewiesen oder für einen bestimmten Zeitraum unter häusliche Quarantäne gestellt. Für Hundehalter stellt sich dann die Frage, ob sie mit ihrem Hund noch raus dürfen. Wer einen eigenen Garten besitzt, für den ist dies kein Problem, denn dort ist der Aufenthalt erlaubt. Wer dagegen einen Gemeinschaftsgarten oder keinen Garten besitzt, darf laut Infektionsschutzgesetz seine häusliche Umgebung nicht verlassen. Bei Verstößen droht eine Geld- oder sogar Freiheitsstrafe. Deshalb ist es notwendig, sich nach jemandem umzusehen, der den Hund ausführt. Am besten wäre jemand in der Nähe, der sich dazu bereit erklärt und relativ kurzfristig für notwendige Gassigänge zur Verfügung steht. Wichtig ist, dass ein Kontakt strikt vermieden wird. Die Übergabe sollte – mit entsprechendem Abstand – an der Haustür erfolgen. Ideal ist ein zweites Hundegeschirr, das stets beim Gassigeher verbleibt, so dass es hierdurch nicht zu einer Übertragung von Viren kommen kann. Wer niemanden in der Nachbarschaft findet, kann in sozialen Medien auf die Suche gehen. Notfalls besteht auch die Möglichkeit, den Hund vorübergehend in einer Tierpension abzugeben. Am besten aber nur, wenn der Hund diese Form der Unterbringung bereits kennt und keine Probleme damit hat.

Was tun bei einer Ausgangssperre?

Inzwischen gibt es auch in Deutschland erste Ausgangssperren bzw. starke Einschränkungen für das öffentliche Leben. Das Ausführen von Hunden ist jedoch weiterhin erlaubt – ähnlich wie bereits in Italien, Österreich und Spanien die Situation gehandelt wird. Dort gilt eine eingeschränkte Ausgangssperre mit klaren Vorgaben. Dass Hunde gelegentlich vor die Tür müssen, ist unvermeidlich. Daher dürfen Hundehalter ihre Hunde weiterhin in der näheren Umgebung ihrer Wohnung ausführen. Dies sollte möglichst kurz erfolgen. Es ist weder erlaubt, sich mit anderen Hundehaltern zu treffen noch sich anderen Menschen zu nähern. Nur Familienangehörige dürfen bei dem Spaziergang dabei sein. Es sollte stets ein Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden, um eine eventuelle Übergabe des Coronaviruses so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.

Können Hunde Coronaviren riechen?

In England gibt es Bestrebungen, Hunde auf das Erschnüffen von Covid-19 zu trainieren. Dr. Claire Guest, Leiterin der "Medical Detection Dogs", ist überzeugt davon, dass Hunde dies lernen können. Schließlich funktioniert dies in ähnlicher Weise bereits bei Malaria, Parkinson und Diabetes. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Durham-University wird das weitere Vorgehen besprochen. Bei einem Erfolg könnten Hunde helfen, mit Corona infizierte Personen zu erkennen.

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