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Definition von FIV
Der Begriff Katzenaids wird umgangssprachlich für die Erkrankung Felines Immundefizienzvirus (FIV) genutzt. Der Name hat sich eingebürgert, weil die Krankheit an den Verlauf von AIDS beim Menschen erinnert. FIV kann sich über viele Jahre hinziehen, wobei es längere Phasen gibt, in welchen es für die Katze keinerlei Beeinträchtigungen gibt. Der Grund sind die verantwortlichen Lentiviren ("langsame Viren"), die erst mit größerer Verzögerung zum eigentlichen Ausbruch der Krankheit und den damit einhergehenden Sekundärkrankheiten führen. Schätzungen besagen, dass weltweit ungefähr 11 Prozent der Katzen infiziert sind. In Deutschland sind nur etwa 3 Prozent der Katzen Träger von Katenaids.
Symptome von Katzenaids
Wenn sich eine Katze mit FIV ansteckt, folgt eine Inkubationszeit von zirka sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit treten keinerlei Symptome auf. Anschließend lässt sich der Verlauf von Katzenaids in mehrere Phasen unterteilen:
- Akute Phase
Sobald die Inkubationszeit vorüber ist und die Krankheit ausbricht, produziert die Katze Antikörper. Diese Phase kann mehrere Wochen andauern. In dieser Zeit schwellen die Lymphknoten der Katze an, sie hat leichtes Fieber, eventuell Durchfall und wirkt etwas erschöpft. Leider sind die Symptome nicht besonders auffällig, weshalb die Erkrankung häufig nicht bemerkt wird.
- Symptomlose Phase
Wenn die akute Phase vorüber ist, schlummert das Virus für viele Monate oder gar Jahre in der Katze, ohne dass ihr etwas anzumerken ist. Die Katze ist zwar Träger des Virus' – und das Feline Immundefiziens-Virus könnte durch einen Test auch nachgewiesen werden – doch es geht dem Tier gut.
- AIDS-ähnliche Phase
Die Abwehrkräfte der Katze lassen plötzlich merklich nach. Dadurch ist sie anfällig für die verschiedensten Erkrankungen. Dies kann die Atemwege betreffen, das Verdauungssystem, das Zahnfleisch, Fell, Haut oder Augen. Üblicherweise kommt es zu regelmäßigen Fieberschüben und die Lymphknoten sind angeschwollen. Die Katze verliert zunehmend an Gewicht. Doch es gibt auch immer wieder Zeiten, in denen es ihr besser geht. Diese AIDS-ähnliche Phase kann Monate oder gar Jahre andauern.
- Terminalphase
Wenn das Immunsystem der Katze zusammenbricht, gibt es keinen Schutz mehr, der sie vor Krankheiten bewahrt. Dem Tier geht es sichtbar schlecht und es verliert deutlich an Gewicht. Die Lebenserwartung beträgt lediglich noch ein paar Monate. Es sollte in Absprache mit dem Tierarzt über den Zeitpunkt des Einschläferns nachgedacht werden.
Ursache von FIV
Katzenaids wird von Tier zu Tier übertragen. Zumeist findet eine Ansteckung über Speichel, teilweise auch über Blut statt. Die am häufigsten betroffenen Tiere sind unkastrierte Kater mit Freigang. Das erklärt sich dadurch, dass sie regelmäßig in Revierkämpfe verwickelt sind. Beim Biss eines mit Katzenaids infizierten Tiers wird das Virus übertragen. Gelegentlich kommt dies auch beim Deckakt vor, denn Kater packen die Kätzin häufig im Nacken.
Eine Übertragung von Katzenaids auf ein anderes Haustier oder den Menschen ist nicht möglich!
Diagnose von Katzenaids
Die allgemeinen Symptome von Katzenaids erlauben keine eindeutige Diagnose. Diese ist nur mit Hilfe einer Blutuntersuchung möglich. Zumeist wird im ersten Verfahren ein Schnelltest durchgeführt, der die Messung spezifischer Antikörper vornimmt. Ist dieser positiv, sollte ein zweiter Antikörpertest oder eine weitere labordiagnostische Untersuchung vorgenommen werden. Fällt auch dieser Test positiv aus, wird der Tierarzt die Diagnose "FIV-positiv" stellen.
Therapie von FIV (Felines Immundefizienzvirus)
Es gibt keine Heilung und in Europa keinen zugelassenen Impfstoff gegen Katzenaids. Das heißt jedoch nicht, dass man bei einer positiven Diagnose die Hoffnung aufgeben sollte. Je nachdem, in welchem Stadium und Alter der Katze die Erkrankung festgestellt wurde, können dem Tier noch viele glückliche Jahre bevorstehen.
Das Ziel einer Therapie ist, den Krankheitsverlauf durch entsprechende Medikamente zu verlangsamen, das Immunsystem der Katze zu stärken und in Verbindung mit der Infektion stehende Sekundärkrankheiten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Es ist daher ratsam, bei Problemen frühzeitig den Tierarzt aufzusuchen. Außerdem empfehlen sich regelmäßige Untersuchungen. Hierbei kann beispielsweise festgestellt werden, ob die Katze einen Mangel aufweist, der mit entsprechendem Futter oder Ergänzungspräparaten ausgeglichen werden kann.
Unterstützung durch eine Tierkrankenversicherung
Eine Tierkrankenversicherung steht Ihnen in Zeiten bei, in denen Sie in Sorge um Ihr Haustier sind. Warum dies so wichtig ist? Tierarztbesuche, Behandlungen sowie Operationen können teuer sein. Wenn Sie sich einen starken Partner wünschen, der Ihnen bei der Bewältigung des finanziellen Aufwandes zur Seite steht, sollten Sie eine solche Versicherung abschließen. Die Versicherung beteiligt sich an anfallenden Tierarztkosten, von der Behandlung bis zur Operation. Zudem erhalten Sie finanzielle Unterstützung bei den jährlichen Vorsorgemaßnahmen, welche Impfungen sowie Untersuchungen beinhalten. Achten Sie darauf, die Police so umfassend wie möglich zu gestalten. Dazu stehen Ihnen neben den Bausteinen der Operation auch die ambulante und stationäre Behandlung zur Verfügung.
Vorbeugen
Wer (nicht infizierte) Wohnungskatzen zuhause hat, muss sich um Katzenaids keine Gedanken machen. Anders sieht es bei Freilaufkatzen aus. Sie sind stets dem Risiko ausgesetzt, dass sie sich bei einem infizierten Tier anstecken können. Die Wahrscheinlichkeit ist deutlich höher, wenn die eigene Katze nicht kastriert wurde. Das gilt vor allem für Männchen, welche dreiviertel der infizierten Tiere ausmachen. Unter ihnen kommt es regelmäßig zu blutigen Revierkämpfen. Am häufigsten wird Katzenaids bei einem Biss durch den Speichel übertragen. Dazu kann es auch beim Deckakt kommen, wenn das Männchen das Weibchen in den Nacken beißt.
Die beste Prävention gegen Katzenaids ist die Kastration. Freigänger haben dann kaum mehr Interesse, sich mit anderen Katern herumzuschlagen. Zu einem Deckakt kommt es ebenfalls nicht, da Kätzinnen nicht rollig werden und daher für Kater nicht interessant sind. Außerdem sind die Ausflüge kastrierter Katzen im Durchschnitt deutlich kürzer und es ist erwiesen, dass die allgemeine Lebenserwartung steigt. Eine Kastration ist daher bei Katzen mit Freilauf grundsätzlich immer empfehlenswert.
Autor: Thomas Brodmann, vom Team der TIEREXPERTEN
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