Mini-Zwergkaninchen

Mini-Zwergkaninchen – das klingt niedlich. Aber Achtung! Dahinter verbirgt sich nicht selten rücksichtslose Geschäftemacherei. Denn wer angeblich „reinrassige Mini-Zwergkaninchen“ anbietet, der verstößt möglicherweise gegen das Tierschutzgesetzt!

Kleinwüchsigkeit und Zwergfaktor

Bis auf wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel der Zwergwidder, tragen alle Zwergkaninchenrassen einen sogenannten Zwergfaktor in sich. Das bedeutet sehr vereinfach gesagt: deren Erbgut weist eine genetische Besonderheit, eine Mutation auf, die Kleinwüchsigkeit verursacht. Diese Kleinwüchsigkeit zeigt sich in dem für viele Tiere typischen runden Körperbau, den sehr kurzen Stehohren und der kurzen Schnauze. Solche Exemplare werden in der Zucht als „Typzwerge“ bezeichnet. Sie verkörpern mehr oder minder den Idealtyp bzw. werden bei der Zucht eingesetzt, um ein Mini-Zwergkaninchen zu erhalten.

Qualzuchtprobleme bei Mini-Zwergkaninche

Einen Typzwerg (zwergenwüchsig, sehr kurze Ohren, max. 1,4 kg) verpaart ein verantwortungsvoller Züchter normalerweise mit einer „untypischen Häsin“ (größer, längere Ohren, etwa 1,4 bis 1,8kg), so dass in deren Würfen etwa zur Hälfte die erwünschten Typzwerge fallen, zur anderen Hälfte aber die größeren Kaninchen. So entsprechen zwar nicht alle Jungtiere dem Idealbild des Zwergkaninchens, doch sie sind in der Regel gesund und lebensfähig.

Verpaart man jedoch zwei Mini-Zwergkaninchen (Typzwerge), um möglichst winzige Jungtiere zu erhalten, hat das fatale Folgen. Der Zwergfaktor stellt nämlich - wenn er doppelt vorkommt - einen sogenannten Letalfaktor dar. Das bedeutet: Kaninchen mit einem doppelten Zwergen-Erbgut sind nicht lebensfähig! Die Gefahr für den Nachwuchs ist hoch, wenn der Zwergfaktor von beiden Elternteilen getragen und vererbt wird. In den Würfen einer solchen Mini-Verpaarung tragen statistisch ein Viertel der Nachkommen dieses doppelte Zwergen-Erbgut und sterben spätestens nach wenigen Wochen. Eine solche Verpaarung ist laut Tierschutzgesetzt verboten!

Haltung von Mini-Zwergkaninchen

Mini-Zwergkaninchen haben die gleichen Ansprüche wie alle anderen Kaninchen, nur dass sie insgesamt weniger Platz benötigen. Für die Unterbringung von zwei Minis können Sie einen handelsüblicher Kleintierkäfig verwenden, aber täglicher Auslauf ist dann ein Muss, will man seine Tiere artgerecht halten. 

Wenn die Möglichkeit besteht, ist in den Sommermonaten ein großes Gehege oder ein Außenstall mit Freigehege ideal. Eine reine Indoor-Haltung in der Wohnung ist ebenfalls denkbar. Man sollte dann allerdings darauf achten, dass die Tiere regelmäßig Tages- bzw. Sonnenlicht tanken können, sei es auf dem Balkon oder vor einem Fenster.

Gesundheit

Mini-Zwergkaninchen sind wie alle Kaninchen bei falscher Ernährung anfällig für Verdauungsstörungen. Je stärker die Zwergenmerkmale ausgeprägt sind – also je leichter, kleiner und zwergenwüchsiger sie sind – umso krankheitsanfälliger sind die Tiere außerdem. Sehr hoch ist das Risiko von Zahnfehlstellungen und verstopften Tränenkanälen aufgrund der verkürzten Kiefer/Schnauzenpartie.

Mini-Zwergkaninchen kaufen: Was Sie wissen sollten!

Jeder Zwergkaninchenzüchter besitzt Mini-Zwergkaninchen, um typvolle Tiere züchten zu können. Ebenso besitzt er aber auch die größeren, um gesunde Nachkommen zu garantieren. Es spricht nichts dagegen, aus einer solchen verantwortungsvollen Zucht ein Mini-Zwergkaninchen zu sich zu holen.

Bietet ein Züchter aber ausschließlich „Mini-Zwergkaninchen“ an und wirbt mit deren Winzigkeit, so werden sie hellhörig! Es könnte sich um einen unseriösen Züchter handeln, der Totgeburten in Kauf nimmt und gegen das Tierschutzgesetz verstößt, um mit seinen winzigen Kaninchen größtmögliches Geschäft zu machen!
Bedenken Sie:
Ein Kaninchen deutlich unter einem Kilogramm kann kaum mehr gesund sein!

Richtlinien für die Zucht

Die organisierte Kaninchenzucht hat ein Mindestgewicht und eine Mindestohrlänge für Farbenzwerge festgelegt. Auf diese Weise kann eine zu starke Verzwergung erfolgreich verhindert werden. Allerdings gilt dies nicht für Zoohandelskaninchen und private Kreuzungsversuche. Auf diese hat der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter keinen Einfluss, wohl aber auf die ihm angeschlossenen Verbände.

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