Zecken bei Katzen

Sobald die Temperaturen steigen, wird es für freilaufende Katzen gefährlich. Denn dann werden die Zecken aktiv und leider sind diese kleinen Spinnentiere Überträger verschiedener Krankheiten. Doch es gibt Möglichkeiten, Ihre Katze davor zu schützen.

Zecken

Zecken gehören zu den so genannten Ektoparasiten, also Parasiten, die auf der Hautoberfläche leben. In Deutschland ist vor allem der Gemeine Holzbock vertreten, der aktiv wird, sobald die Temperaturen über 10 Grad Celsius liegen. Leer sind diese Zecken 2,5-4,5 mm groß. Vollgesogen können sie je nach Geschlecht sogar bis zu 3 cm groß werden. Eigentlich wären diese Spinnentiere nur lästig, denn ein einziger Zeckenbiss stört eine Katze kaum. Wären da nicht die Krankheiten, die so eine Zecke bei jedem Biss mit übertragen kann. Dazu zählen beim Gemeinen Holzbock die Borreliose, FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) sowie die Zeckenparalyse. Diese Krankheiten kommen bei Katzen zwar selten vor, sind aber nicht ausgeschlossen.

Symptome bei Zeckenbefall

  • Fieber
  • Krampfanfälle
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Mattigkeit
  • Gelenkentzündungen
  • Entzündungen des Nervensystems
  • Lähmung (Paralyse)

Diagnose

Eine Zecke zu erkennen, ist relativ einfach. Falls Sie sich jedoch nicht sicher sein sollte, ob es sich bei dem kleine Knubbel an Ihrer Katze tatsächlich um eine Zecke handelt, sollten Sie mit Ihrer Katze zum Tierarzt gehen. Denn es soll schon vorgekommen sein, dass Besitzer vergeblich versucht haben Warzen oder Zysten zu entfernen. Zeigt Ihre Katze zudem Krankheitssymptome, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen. Dieser wird die Katze eingehend untersuchen und je nach Krankheitsanzeichen unter anderem eine Blutprobe nehmen. Eine Diagnose kann sich bei einer Borreliose als äußerst schwierig herausstellen, da die ersten Symptome auch erst nach Wochen auftreten können.

Behandlung bei einer Infektion

Hat sich Ihre Katze durch einen Zeckenbiss mit Borreliose-Bakterien infiziert, wird Sie ein Antibiotikum verabreicht bekommen. Eine Therapie gegen FSME-Viren gibt es leider nicht. Hier können nur die Symptome behandelt werden. Sollte eine Zeckenparalyse auftreten, reicht normalerweise das Entfernen der Zecke aus, damit sich die Katze wieder erholt. 

Prognose

Eine generelle Prognose für die Folgen eines Zeckenbefalls bei einer Katze lässt sich nicht stellen, da es immer auch davon abhängt, wie schnell die Behandlung begonnen wurde und wie gut das Immunsystem der Katze ist. Das gilt insbesondere für eine FSME-Infektion. Tritt nach einem Zeckenbiss eine Lähmung auf, heilt diese meist vollständig ab, wenn die Zecke entfernt wurde.

Ursachen für Zecken auf Katzen

Zecken ernähren sich vom Blut ihrer Wirtstiere. In ihrem Leben machen sie eine Entwicklung von einer Larve, über eine Nymphe bis hin zur ausgewachsenen Zecke durch. Für jeden Entwicklungsschritt benötigen sie eine Blutmahlzeit. Während am Anfang der Entwicklung noch das Blut kleinerer Tiere wie Igel oder Mäuse ausreichen, ernährt sich eine ausgewachsene Zecke oft vom Blut größerer Tiere – so auch Katzen. Die Zecke kann sich bereits als Larve bei einem kleinen Wildtier mit einer Krankheit wie Borreliose oder FSME angesteckt haben. Diese Krankheitserreger überleben in der Zecke und können bei jeder weiteren Mahlzeit an den jeweiligen Wirt abgegeben werden. Hat die Zecke ein geeignetes Tier für ihre Mahlzeit gefunden, klettert oder springt sie darauf und sucht sich eine Körperstelle mit dünner Haut (z.B. Hals, Achseln), um sich dort festzubeißen. Anschließend gibt die Zecke Speichel in die Einstichstelle ab, um das Blut dünnflüssig zu halten und die Wunde etwas zu betäuben. Bei diesem Vorgang können Erreger von der Zecke auf den Wirt übertragen werden.

Vorbeugen

Die beste Vorsorge ist es, wenn Sie Ihre Katze nach Freigängen auf Zecken absuchen und diese gegebenenfalls entfernen. Sollten Sie in einem Zecken-Risikogebiet wohnen (fragen Sie Ihren Tierarzt), können Sie Ihrer Katze ein Spot-On-Präparat zum Schutz vor Zecken verabreichen oder ein Halsband zur Zeckenbekämpfung umlegen. Aber achten Sie unbedingt darauf, dass das Präparat wirklich für Katzen gedacht ist. Manche Anti-Zecken-Mittel für Hunde haben andere Inhaltsstoffe, die für Katzen sogar giftig sein können.

Zecke bei einer Katze entfernen

Während man bei einem Hund noch einigermaßen hinreden kann, um eine Zecke zu entfernen, gestaltet es sich bei manchen Katzen relativ schwieriger. Machen Sie möglichst wenig Aufsehen um die Zecke, dann wird auch Ihre Katze entspannter sein. Ruhig zureden, streicheln und Leckerli genügen zumeist, manchmal ist auch die Hilfe einer zweiten Person notwendig. Sie kann zum Beispiel behilflich sein, die Haare rund um die Zecke zur Seite zu drücken, damit möglichst wenige beim Entfernen der Zecke ausgerissen werden. Außerdem haben Sie so eine bessere Sicht auf die Zecke und können umso besser so nah wie möglich an der Bissstelle ansetzen – also so weit vorn wie möglich, damit nicht Kopf und Stechwerkzeuge im Körper der Katze verbleiben, während der Rest des Körpers entfernt wurde. Wichtig ist, dass Sie nicht ruckartig versuchen, die Zecke auszureißen, da sie dadurch umso wahrscheinlicher in zwei Stücke zerteilt wird. Setzen Sie eine spezielle Zeckenzange oder eine Zeckenschlinge ein und ziehen Sie langsam aber beständig an der Zecke. Haben Sie Geduld und erhöhen Sie zunehmend den Zug, bis die Zecke sich löst. Ein Drehen ist nicht notwendig! Diese Meinung rührt noch aus der Zeit, als man glaubte, Zecken hätten einen gewundenen Stechapparat. Am besten kleben Sie nun die Zecke zwischen zwei Tesastreifen und entsorgen sie im Müll. 

Achtung: Verwenden Sie kein Öl oder sonstige Substanzen, da diese dazu führen können, dass die Zecke in ihrem Todeskampf infizierten Speichel in die Wunde abgibt!
 

Rassepraedispositionen

Es gibt keine Katzenrassen, die häufiger von Zecken befallen werden als andere. Lediglich Freigänger haben ein erhöhtes Risiko von Zecken gebissen zu werden als reine Wohnungskatzen.

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