Warum bellen Hunde?

Nur in den seltensten Fällen bedeutet Bellen, dass ein Hund aggressiv ist. Es gibt viele andere Gründe, warum Hunde bellen. Wenn Sie Ihrem Hund das Bellen abgewöhnen möchten, ist es wichtig, erst einmal die Ursache zu finden.

Der Hund bellt, weil er Aufmerksamkeit möchte

Möchte der Hund von seinen Menschen oder anderen Hunden beachtet werden, bellt er nur ein oder zwei Mal und das Bellen klingt sehr fordernd und in höhrerer Tonlage.  Um sicher zu gehen, dass er auch Erfolg hat, schaut er immer wieder zu seinem Menschen bzw. dem anderen Hund und macht sein weiteres Verhalten von der Reaktion seines Gegenübers abhängig.

Der Hund bellt, um zu Warnen oder zu Drohen

Fühlt sich der Hund gestört oder mag er jemanden nicht, möchte er diesen Menschen oder auch anderen Hund durch Bellen auf Abstand halten. Wird seine Warnung ignoriert, kann der Hund aggressiv werden und angreifen. Das Bellen klingt sehr tief und kehlig und der Hund bellt oft nur wenige Male und hört, kurz bevor er wirklich angreift, mit dem Bellen auf.

Der Hund bewacht ein Grundstück, ein Spielzeug oder Futter

Befindet sich der Hund in seinem zu Hause, also im Haus oder Garten, teilt er seiner Familie zuerst durch ein leises Warnwuffen mit, dass er „einen verdächtigen Eindringling“ gesichtet hat und fordert Unterstützung an, damit er der Bedrohung nicht alleine entgegentreten muss. Dem Wuffen folgt ein monotones Bellen, das aus mehreren kurzen Bellauten besteht und eventuell immer wieder durch ein warnendes Knurren unterbrochen wird.
Auch wenn der Hund eine wertvolle Ressource besitzt (Spielzeug, Futter), die er mit niemandem teilen möchte, warnt er erst einmal mit einem leisen Wuffen und geht dann in ein drohendes Bellen über.

Der Hund möchte spielen und fordert dazu auf

Dauert es wieder einmal viel zu lange bis ein Spiel beginnt, versucht der Hund seinen auserwählten Spielpartner mit einigen wenigen kurzen und hohen Belllauten, zu einem Spiel zu bewegen. Zusätzlich zum Bellen hüpft der Hund animierend um seinen Spielpartner herum und berührt ihn eventuell auch immer wieder leicht mit der Schnauze.

Der Hund bellt, weil jemand aufgeregt ist oder sich freut

Je größer die Aufregung oder Freude des Hundes, desto wahrscheinlicher wird es, dass er anfängt zu bellen. Das Bellen ist schrill und hoch und wird – wenn überhaupt – nur von sehr kurzen Pausen unterbrochen. Beispiele für solche Situationen sind ein Spiel mit dem Hundekumpel, die Vorbereitung von Futter oder die letzten Meter im Auto, bevor ein Spaziergang beginnt.

Der Hund bellt, weil er unter großem Stress steht

Auch Stress ist eine Form von Aufregung und entsprechend hoch und schrill klingt dieses Bellen. Rein akustisch ist es am Anfang von einem Freudenbellen nur sehr schwer zu unterscheiden. Wächst der Stress, verschwinden die Pausen ganz und aus dem Bellen wird ein regelrechtes Schreien.

Der Hund bellt, weil er Angst hat oder sich erschrocken hat

Erschrickt der Hund, weil z. B. ein fremder Mensch bedrohlich auf ihn zu kommt, bellt er alarmierend und das Ganze hört sich in etwa an, als würde ein Maschinengewehr abgefeuert. Die Töne klingen sehr hoch und schrill und es sind immer weniger Pausen erkennbar, je größer die Angst wird. Kommt die Bedrohung zu nahe und kann der Hund nicht ausweichen, kann das Bellen entweder in ein Schreien übergehen, oder aber immer tiefer und damit drohender werden. 

Der Hund bellt, weil er alleine zu Hause ist

Hier finden wir das typische „Kläffen“. Das bedeutet, der Hund bellt ohne „Punkt und Komma“ häufig auch stundenlang ohne Unterbrechung. Das Bellen klingt hoch und schrill und kann in ein Heulen übergehen bzw. von Heullauten unterbrochen werden.

Dem Hund das Bellen abgewöhnen

Wenn Sie sich im klaren darüber sind, warum Ihr Hund bellt, können Sie gezielt mit dem Abgewöhnen beginnen.

  • Aufmerksamkeit oder Spielaufforderung
    Möchte der Hund zum Beispiel Aufmerksamkeit bzw. mit Ihnen spielen, dann sollten Sie sich fragen, ob dies nicht vielleicht berechtigt ist. Hunde haben Bedürfnisse! Die allerwenigsten sind mit zweimal zehn Minuten Gassigehen und ein paar Streicheleinheiten zufrieden zu stellen. Manche Rassen benötigen ein Vielfaches davon an körperlicher und geistiger Auslastung. Man sollte sich daher bei der Anschaffung sehr genau überlegen, wieviel Zeit man hat. Wer zu wenig aufbringt, muss mit einem unausgelasteten Hund rechnen, der häufig bellt. Zufriedenen Hunde bellen im Allgemeinen deutlich seltener.
     
  • Haustüre, Gassigehen und Fressen
    Manchmal ist Bellen geradezu antrainiert. Das gilt zum Beispiel für Bellen, wenn es an der Haustür klingelt, Gassizeit ist oder es Fressen gibt. In diesen Situationen muss man gut aufpassen. Wenn der Hund bellt und "zur Belohnung" etwas zu Fressen erhält, Gassigehen oder Besuch anspringen darf, manifestiert sich das Bellen geradzu. Deshalb gilt zweierlei: Zum einen sollten Sie in der Situation innehalten, zum anderen den Hund nicht beachten. Denn auch Aufmerksamkeit stellt eine Belohnung dar. Versuchen Sie ihn kurz und deutlich zur Ruhe zu bringen, ansonsten lassen Sie ihn links liegen und geben ihm weder was zu Fressen noch gehen Sie mit ihm raus. Klingelt es, schicken Sie ihn auf seinen Platz und sperren ihn eventuell sogar kurzfristig aus. Bellend sollte er weder von Ihnen noch vom Besuch beachtet werden. Erst wenn er in einer der erwähnten Situationen aufhört zu bellen, erfolgt die geplante Aktion und der Hund erhält durch lobende Worte und Leckerlis wieder Aufmerksamkeit.
     
  • Spaziergang und im Garten
    Sollte Ihr Hund am Gartenzaun oder beim Spaziergang ständig bellen, dann müssen Sie ihm zeigen, dass Sie alles unter Kontrolle haben. Lassen Sie ihn beim Gassigehen nicht die Führungsrolle übernehmen, sondern bestimmen Sie Tempo, Richtung und eventuelle Pausen. Bellen wird ignoriert und keinesfalls dadurch "belohnt", dass er mitten im Kläffen sich mit einem Kumpfel vergnügen darf. Erst wenn Ruhe ist, wird er abgeleint.

    Passiert das Bellen im Garten, muss unterschieden werden, ob es sich dabei um Langeweile und Trennungsangst handelt, weil er lange Zeit unbeachtet draußen verbringen muss oder ob er den Bewacher spielt. In beiden Fällen sollten Sie überlegen: Beschäftigen Sie sich ausreichend mit dem Hund? Ein Garten ist schön und gut – und vor allem praktisch. Er stellt eine ideale Abwechslung zur Wohnung dar, aber auf Dauer möchte der Hund dort nicht alleine bleiben. Ihm wird langweilig, weshalb er sich zum Beispiel die Aufgabe sucht, das Grundstück lautstark zu bewachen – schließlich tut es ja sonst niemand. Zeigen Sie ihm gelegentlich, dass Sie da sind, die Kontrolle haben und überlassen Sie ihn nicht zu lange sich selbst.
     
  • Alleine lassen
    Zuhause allein bleiben zu müssen, ist gar nicht im Sinne eines Hundes, schließlich handelt es sich bei ihm um ein Rudeltier. Es ist also nicht verwunderlich, dass er mit Bellen oder gar Verwüstung der Wohnung reagiert, wenn das Alleinesein zu lange andauert. Wichtig ist, dass der Hund davor ordentlich ausgelastet wurde und dass die Zeiten ganz langsam gesteigert werden. Beim Hund muss in kleinen Schritten das Vertrauen aufgebaut werden, dass Herrchen oder Frauchen früher oder später auf alle Fälle wieder zurückkehren – und die Türe erst öffnen, wenn drinnen kein Gebell ist.

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