Die Körpersprache von einem Hund

Um einen Hund zu verstehen, ist es wichtig, seine Körpersprache richtig zu beruteilen. Wann ist er wirklich aggressiv, verunsichert oder völlig desinteressiert?

Der freundlich interessierte, neugierige Hund

Ein freundlicher und neugieriger Hund stellt keine Gefahr dar. Er möchte Sie begrüßen und drückt mit seiner gesamten Körpersprache aus, dass er niemandem etwas tun wird und auch nicht möchte, dass ihm jemand etwas tut. Er möchte weder provozieren noch in einen Kampf verwickelt werden.

Körpersprache eines freundlichen Hundes
Er trägt seine Ohren leicht nach vorne aufgerichtet. Der Kopf ist oft leicht geneigt und der Hund ist offen für alle Eindrücke und Menschen um ihn herum. Wenn der Hund weiter auf Sie zukommt, legt er evtl. seine Ohren leicht an und drückt damit ganz deutlich seine Freundlichkeit und Ungefährlichkeit aus. Der Hund zeigt ein leichtes Wedeln mit kurzen Bewegungen nach beiden Seiten. Der Schwanz wird insgesamt locker getragen und das gesamte Hinterteil des Hundes wackelt mit.

Körpersprache eines aggressiven Hundes

Bei der defensiven Aggression ist der Hund unsicher und hat Angst. Er wählt die Strategie „Angriff ist die beste Verteidigung“ und versucht, sein Gegenüber mit aggressiven Drohungen auf Abstand zu halten. Dieser Hund wird nur dann zubeißen, wenn man ihn in die Enge treibt und er nicht mehr ausweichen und fliehen kann. Er beißt also nur, um sich zu verteidigen. Dieser Hund ist trotzdem gefährlich, weil man nie genau wissen kann, wann er sich so sehr bedroht fühlt, dass er der Meinung ist, er müsste sich verteidigen. Wenn die Bedrohung nachlässt, zeigt der Hund deutliche Beschwichtigungssignale und zieht sich zurück.

Körpersprache eines defensiv aggressiven Hundes

Er legt die Ohren flach an den Kopf an. Wenn der Hund sich noch nicht sicher ist, wie er die Situation bewerten soll, zieht er die Ohren leicht nach hinten und unten und sie stehen wie kleine „Antennen“ links und rechts vom Kopf ab. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Hund sich zur Flucht entscheidet, er könnte aber auch angreifen. Der Kopf wird eingezogen, bzw. tief getragen und oft auch leicht zur Seite gedreht. Die Zähne sind gefletscht und man kann bis zu den Backenzähnen sehen. Der Blick ist abgewendet und die Augen erscheinen kleiner und schmaler, als sie in Wirklichkeit sind
Je mehr Angst der Hund hat, desto mehr zieht er den Schwanz ein und hält ihn nach unten oder sogar zwischen den Hinterbeinen eingeklemmt. Der Körperschwerpunkt ist deutlich nach hinten verlagert. Der Hund möchte kleiner wirken als er ist und knickt die Hinterbeine leicht ein. Kommt die Bedrohung noch näher, kauert er sich oft auf dem Boden zusammen.

Körpersprache eines offensiv aggressiven Hundes

Bei der offensiven Aggression hat der Hund nicht die Absicht, den Abstand zwischen sich und dem „Angreifer“ zu vergrößern, sondern – zumindest kurzfristig – zu verringern und diesen zu verletzen, bzw. die eigene Position deutlich zu machen. Auch wenn es nicht so aussieht: Dieser Hund ist weniger gefährlich als der defensiv aggressive. Dieser Hund ist meist sehr selbstbewusst und sich seiner Überlegenheit bewusst. Reagiert man beschwichtigend auf die Drohungen und geht nicht auf die Provokation ein, dann hat dieser Hund keinen Grund mehr zu beißen.

Die Ohren werden aufrecht stehend oder leicht nach vorne geneigt getragen. Auch eine minimale Neigung nach hinten, ist möglich. Die Nase ist deutlich gekräuselt. Der Kopf wird nach vorne gezogen und so getragen, dass er auf einer Höhe mit der Rückenlinie liegt. Drohend nähert er sich so seinem Gegenüber. Der Fang ist geschlossen und die Lippen wirken halbmondförmig. Die Zähne sind deutlich gebleckt und die gefährlichen Fangzähne werden sichtbar. Die Augen fixieren steif ihr Gegenüber und die Augenbrauen werden in der Mitte über dem Nasenrücken zusammen gezogen. 

Der Schwanz wird so hoch wie möglich getragen und wedelt nicht in seiner ganzen Länge, sondern es bewegt sich oft nur die Schwanzspitze langsam hin und her. Der Körperschwerpunkt ist deutlich nach vorne verlagert und die Haltung sehr aufrecht. Der Hund möchte größer wirken als er ist und drückt alle Gelenke durch. Alle Bewegungen sind steif und der Hund bewegt sich entschlossen und selbstbewusst vorwärts.

Der unsichere Hund

Ein unsicherer Hund weiß nicht, wie er seine Umgebung und sein Gegenüber einschätzen soll. Er zeigt deutliche Beschwichtigungsignale und macht damit klar, dass er nicht verletzt oder angegriffen werden möchte und auch, dass er selbst keinerlei Absicht hat, jemanden anzugreifen. 

Körpersprache bei unsicheren Hunden
Der Kopf wird aufrecht getragen und häufig auch leicht zur Seite geneigt. Der Hund wirkt dann, als würde er fragen, was er von seinem Gegenüber bzw. der Situation halten soll. Evtl. zeigt der Hund ein Gähnen als Übersprungs- und Beschwichtigungshandlung. Die Augen sind ein bisschen weiter offen, als normal. Der Schwanz wird gesenkt und bei großer Unsicherheit, auch zwischen die Hinterbeine genommen. Der Hund möchte kleiner erscheinen als er ist, und duckt sich. Er knickt die Hinterbeine ein und bewegt sich langsam. Der Hund drückt  aus, dass er am liebsten gar nicht mehr da wäre.

Der neutrale, uninteressierte Hund

Dieser Hund stellt keinerlei Gefahr für Sie dar. Er möchte weder Kontakt zu Ihnen aufnehmen, noch hat er Angst vor Ihnen. Er wird einfach an Ihnen vorbei laufen, ohne Sie auch nur „eines Blickes zu würdigen“.

Körpersignale eines uninteressierten Hundes
Die Ohren werden weder deutlich nach vorne, noch nach hinten genommen. Der Schwanz hängt entweder locker herunter oder wird bei einigen Rassen rassetypisch gekräuselt (z. B. Spitz, Terrier) über dem Rücken getragen. Er wedelt nicht, sondern bewegt sich evtl. leicht durch die Bewegung des Hundes. Der Hund macht sich weder kleiner noch größer, als er wirklich ist und bewegt sich gleichmäßig.

Ein Hund, der mit etwas beschäftigt ist

Dieser Hund interessiert sich nicht für Sie. Er buddelt, zum Beispiel, spielt mit einem Ball, schnüffelt tief versunken an einer Stelle oder hat etwas gesehen, das ihn interessiert. Es ist auch möglich, dass dieser Hund in vollem Lauf in Ihre Richtung gelaufen kommt. Er wird aber weder bei Ihnen stehen bleiben, noch an Ihnen hochspringen, sondern in vollem Tempo an Ihnen vorbei laufen.

Körpersprache eines beschäftigten Hundes
Die Ohren werden gespitzt und nach vorne gestellt. Der Hund richtet sie in die Richtung, wofür er sich interessiert. Der Kopf wird entweder gesenkt, wenn der Hund am Boden schnüffelt oder hoch erhoben, wenn der Hund etwas in der Ferne gesehen hat oder seinen Ball jagt. Beim Buddeln nach Mäusen oder wenn der Hund an einer sehr interessanten Stelle riecht, kann er mit dem Schwanz wedeln. Je nachdem wie aufgeregt er ist, desto stärker fällt das Wedeln aus. Der Schwanz wird meist auf gleicher Höhe, bzw. nur etwas über der Rückenlinie getragen.

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