Hund und Pferd

Kein Pferdestall, in dem sich nicht auch Hunde tummeln und was gibt es Schöneres, als mit Pferd und Hund gemeinsam unterwegs zu sein. So gewöhnen Sie Hund und Pferd aneinander.

Fluchttier Pferd und Raubtier Hund

Als reiner Pflanzenfresser steht das Pferd grundsätzlich auf dem „Speisezettel“ des Raubtieres Hund. Auch auch wenn sowohl unsere Pferde als auch Hunde schon lange domestiziert sind und ein wohl behütetes Leben als Haustiere führen, kann keiner der Beiden seine Wurzeln gänzlich hinter sich lassen. Das Pferd ist als Pflanzenfresser nicht darauf angewiesen, seiner Nahrung aufzulauern, sie zu verfolgen oder gar zu töten. Da es sich beim Grasen auf freiem Feld aber ständig der Gefahr aussetzt, von Raubtieren angegriffen und gefressen zu werden, ist es ständig auf der Hut und ergreift beim leisesten Verdacht auf Gefahr die Flucht. Der Hund ist zwar kein reiner Fleischfresser, könnte aber nicht überleben, wenn er keine Beutetiere jagt und tötet. Beim Anblick von Beutetieren legt er sich also auf die Lauer und setzt im passenden Augenblick zur Hetzjagd an.  

Sowohl bei der Flucht als auch bei der Jagd handelt es sich um Instinkthandlungen. Das bedeutet, dass die erfolgreiche Ausführung zwar von vielen Wiederholungen und Übung abhängt, sie aber grundsätzlich als lebensrettende Verhaltensweisen genetisch vorprogrammiert ist. Es ist also nur natürlich, dass ein Pferd beim Anblick eines Hundes erst einmal die Flucht ergreift und dieses Weglaufen bei den meisten Hunden ein Jagdverhalten auslöst.

Hunde und Pferde leben nicht in unterschiedlichen Welten

Auch wenn sich die Nahrungssuche sehr voneinander unterscheidet, so leben sowohl das Pferd als auch der Hund in sozialen Lebensgemeinschaften. Bei Pferden spricht man von einer Herde, bei Hunden von einem Rudel. Trotz einiger Unterschiede bietet die Gruppe dem Einzeltier Schutz, und Sozialkontakte die Möglichkeit, Freundschaften und Beziehungen einzugehen. Immer dort, wo mehr als ein Tier zusammen leben, sind allerdings Regeln, gegenseitiger Respekt und das Eingehen von Kompromissen unverzichtbar. Das bedeutet, dass weder Pferd noch Hund als Einzelgänger auf Dauer überleben könnten und deshalb auch lernen können, Beziehungen und Freundschaften mit artfremden Tieren – und auch uns Menschen – einzugehen. Gute Voraussetzungen also, dass auch die Gruppe von Mensch, Pferd und Hund funktionieren kann.

Erster Kontakt zwischen Hund und Pferd

Ob Pferd und Hund den jeweils anderen als Freund oder Feind wahrnehmen, steht und fällt häufig mit dem ersten Kontakt. Es ist deshalb sehr wichtig, dass dieser für alle Beteiligten positiv ausfällt! Das bedeutet, dass der Abstand so groß gewählt werden muss, dass sich Pferd und Hund wohl fühlen. Hierbei ist es sehr hilfreich, wenn jeweils eine Person für das Pferd und den Hund zuständig ist. Somit kann verhindert werden, dass der Hund z. B. das Pferd anbellt und dieses dadurch die Flucht ergreift, was wiederum beim Hund das Jagdverhalten auslösen könnte. Es ist also nicht ratsam, beide einfach in der Reithalle oder einer Koppel zusammen laufen zu lassen. Bleiben beide Tiere entspannt, soll das Training mit einem Highlight für jeden, also z. B. ein besonders tolles Leckerli und viel Lob beendet werden. Langsam kann der Abstand verkleinert werden und beide können immer längere Strecken gemeinsam ruhig geführt werden. Hat sowohl das Pferd als auch der Hund verstanden, dass von dem jeweils anderen keine Gefahr ausgeht, dürfen beide ruhig – unter Aufsicht – Kontakt zueinander aufnehmen.

Begegnungen auf Spaziergängen

Da sich sowohl Reiter als auch Hundehalter gerne mit ihren Tieren in der freien Natur aufhalten, wird es sich nicht vermeiden lassen, dass Hund und Pferd immer wieder aufeinander treffen.  Damit es hier weder für den Hund noch für Pferd und Reiter gefährlich wird, sind folgende Grundregeln sehr wichtig:

  • Der Hund soll freundlich gerufen und angeleint werden. 
  • Solange bis das Pferd vorbei ist, bleibt er direkt neben seinem Menschen und wird dafür belohnt. 
  • Hat der Hund Angst, soll der Halter sich zwischen ihn und das Pferd stellen und den Abstand so weit wie möglich vergrößern.  

Auch wenn die meisten Pferde Hunde kennen, so kann man als Hundehalter niemals wissen, welche Erfahrungen das Pferd bereits mit Hunden gemacht hat, und auch ein hundeerfahrenes Pferd möchte nicht angebellt oder gar von einem fremden Hund verfolgt werden.

Der Reitbegleithund

Soll der Hund Reiter und Pferd auf Ausritten begleiten, müssen als Erstes sowohl Hund als auch Pferd sorgfältig erzogen sein. Das bedeutet, der Hund muss zuverlässig auf seinen Menschen hören, und das Pferd sicher an den Hilfen stehen, und an einen vor, hinter oder neben ihm herlaufenden Hund gewöhnt sein. Auch hier gilt, dass erst einmal mit einer Hilfsperson geübt wird, die Einfluss auf den Hund nehmen kann, wenn dieser unsicher wird oder die Gelegenheit, dass Frauchen/Herrchen auf dem Pferd sitzt dazu nutzt, um eigenen Interessen nachzugehen.

Nicht bestrafen!

Bellt der Hund aus Angst oder Unsicherheit das Pferd an oder wird das Pferd unruhig und versucht weg zu laufen, weil es sich durch den Hund bedroht fühlt, darf der Mensch auf keinen Fall strafen. Die Angst, nämlich dass der jeweils andere gefährlich ist und nichts Gutes bedeutet, würde damit nur bestätigt und der Weg zu einem harmonischen Miteinander wird immer schwieriger.

Gefällt euch diese Seite? Wir würde uns freuen, wenn ihr sie in Facebook & Co. teilt.