Hund und Mensch - Beziehung & Kommunikation

Damit die Beziehung zwischen Mensch und Hund gut funktioniert, muss vor allem die Kommunikation passen!

Kommunikation zwischen Mensch und Hund

Hunde reagieren in der Regel mehr auf die Körpersprache als auf Worte. Setzt man beides ein, muss auch beides zueinander passen. Ein Beispiel ist, wenn ein Mensch seinen Hund ruft, dieser aber nicht kommt und der Mensch dabei immer wütender wird. Durch seine Körpersprache kommuniziert der Mensch, dass er wütend ist und signalisiert dem Hund damit, dass er sich lieber von ihm fern hält. Auch wenn der Hund das Wort „hier“ versteht, wird er die körpersprachlichen Anweisungen – nämlich komm' mir lieber nicht zu nahe – eher befolgen und nicht kommen.  

Der zweite wichtige Punkt ist, dass man den Hund immer dort abholen muss, wo er sich gerade (innerlich) befindet. Das bedeutet, dass der Hund vorher die Möglichkeit bekommen muss zu lernen was bestimmte Signale bedeuten, bevor man sie von ihm erwarten kann. Nur so kann die Kommunikation zwischen Mensch und Hund funktionieren. Alles Andere wäre dem Hund gegenüber unfair!

Fehler in der Kommunikation

Häufig wird auch vergessen, dass für uns Menschen höfliche Gesten und Verhaltensweisen für den Hund genau das Gegenteil bedeuten können: Jeden Tag müssen Hunde damit klar kommen, dass sich jemand bedohlich von oben nähert, statt in die Knie zu gehen und ihn auf Augenhöhe zu streicheln. Oder wenn jemand Angst vor einem Hund hat, starrt er ihn meist mit aufgerissenen Augen an, statt demütig zur Seite zu blicken.

Möchte der Mensch, dass sein Hund sich an ihm orientiert und ihn ernst nimmt, muss er immer authentisch sein. Das bedeutet, dass es keinen Sinn macht, den Hund überschwänglich zu loben, wenn man sich eigentlich maßlos über ihn ärgert oder umgekehrt, mit ihm zu schimpfen, wenn man sein Verhalten eigentlich total lustig findet. Der Hund merkt sofort, was wir ernst und ehrlich meinen und was nicht, und reagiert dementsprechend darauf.

Der Mensch als Rudelführer

Ein so genannter Rudelführer, Leader oder als was sich der Hundehalter sonst gerne bezeichnet, wird man nicht dadurch, dass man dem Hund pausenlos zeigt wie mächtig man ist und ihm sämtliche vermeintliche Privilegien vorenthält. Auch streben Hunde nicht danach, den „Rudelführer“ zu stürzen und selbst die Führung zu übernehmen. Es ist also Blödsinn, jedesmal wenn der Hund seinen Kopf auf den Schoß des Menschen legt oder vor ihm durch die Tür drängelt, davon zu sprechen, dass er gerade versucht, die Führung zu übernehmen.

Ein Rudelführer in freier Wildbahn ist sehr selten wirklich aggressiv und überzeugt durch seine Erfahrung, sein Wissen und seine Souveränität. Einem freundlichen und souveränen „Führer“ schließen sich Hunde gerne an und halten sich freiwillig in seiner Nähe auf bzw. suchen diese aktiv. Einem Führer, der alle Regeln nur mit Gewalt durchsetzt, werden die Hunde zwar auch folgen, weil sie sonst mit harten Strafen rechnen müssen, aber sie werden ihm so häufig wie möglich ausweichen und sich in seiner Gegenwart nicht wohl fühlen.

Eine gute Beziehung zwischen Hund und Mensch

Der Mensch muss dem Hund also zeigen, dass er ihn aus jeder misslichen Lage befreit und der Hund bei ihm sicher ist. Es ist daher völlig falsch, einen Hund ständig in Situationen zu bringen, mit denen er nicht umgehen kann und ihn dann alleine zu lassen. Nur damit er lernt, dass „er da eben durch muss“. Der Hund lernt dadurch nicht, sicherer zu werden und keine Angst zu haben, da sich Angst bzw. Stress und Lernen gegenseitig ausschließen, sondern er lernt nur, dass er seinem Menschen nicht vertrauen kann, weil dieser ihn ständig in „gefährliche“ Situationen bringt und ihm dann nicht hilft. Natürlich muss der Mensch aber gewisse Regeln vorgeben und auch dafür sorgen, dass der Hund sich daran hält, denn er darf niemanden gefährden oder belästigen.

Akzeptable Bedingungen zwischen Hund und Mensch

Bedingungen, unter denen ein Hund sich freiwillig seinem Menschen anschließt und auch Grenzen ertragen kann, sind:

  1. Der Mensch verhält sich fair und berechenbar.
  2. Der Hund kann seine Bedürfnisse befriedigen und hat genügend Freiräume. 

Häufig widersprechen sich arttypisches Verhalten und die Erwartungen der Gesellschaft. Der Hund muss langsam an alle Anforderungen herangeführt werden und muss bei Verhaltensweisen, die niemals erlaubt werden können – wie z. B. das Jagen und Töten von Wild – geeignete Ersatzbeschäftigungen angeboten bekommen.

Macht alle mit!

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