Tierarzt

Viele junge Menschen, die gern mit Tieren arbeiten möchten, spielen mit dem Gedanken, Tierarzt zu werden. Doch der Beruf Tierarzt erfordert mehr als nur die Liebe zum Tier. Und damit ist nicht etwa das Studium gemeint!

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Der Beruf Tierarzt

Der Beruf Tierarzt gehört sicher zu den spannendsten und abwechslungsreichsten Berufen mit Tieren. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Berufen stehen dem Tierarzt oder Veterinär, wie der Tierarzt auch genannt wird, viele verschiedene Tätigkeitsbereiche offen, in die er sein Wissen einbringen kann. Und nicht nur das. Auch seine Patienten können höchst unterschiedlich sein. Hier bedarf es nicht nur Spaß am Kontakt zu Tieren, sondern in der Regel auch Geschick im Umgang mit deren Haltern.


Tätigkeitsbereiche des Tierarztes

Oberstes Ziel allen tierärztlichen Handelns ist natürlich das gesundheitliche Wohlergehen von Tieren. Dazu gehört sowohl die Behandlung von kranken und verletzten Tieren als auch die Prophylaxe bei gesunden Tieren, damit diese möglichst erst gar nicht krank werden. Darüber hinaus kann auch der Schutz des Menschen in das Aufgabengebiet des Tierarztes fallen. Dann nämlich, wenn es darum geht, das Übergreifen von Tierkrankheiten auf Menschen zu verhindern oder tierische Lebensmittel auf eine schädigende Wirkung für den Menschen hin zu überprüfen. Welche Aufgabe der Tierarzt konkret hat, hängt davon ab, für welchen der vielfältigen Tätigkeitsbereiche er sich entscheidet.

Arbeit in der Kleintierpraxis

Einen Großteil der Tierärzte zieht es nach vollendeter Ausbildung in die Kleintierpraxis oder Kleintierklinik. Dort untersuchen sie Kleintiere, wie Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen, aber auch Vögel und mitunter Reptilien, Vogelspinnen und Fische auf ihren Gesundheitszustand. Stellen sie dabei eine Krankheit fest, müssen sie diese diagnostizieren und geeignete Therapiemaßnahmen festlegen. Dazu können auch tiermedizinische Behandlungen und operative Eingriffe gehören, die ebenfalls der Kleintierarzt vornimmt. Darüber hinaus berät er die Tierhalter in Fragen der Gesundheitsvorsorge wie beispielsweise Zahnpflege oder Ernährung. Auch Impfungen oder Geburtshilfe gehören ins Repertoire des Kleintierveterinärs.

 

Viel unterwegs in der Großtierpraxis

Anders als bei der Kleintierpraxis kommen die Patienten einer Großtierpraxis in der Regel nicht zum Veterinär, sondern der Veterinär fährt zu seinen Patienten. Das heißt Tierärzte, die sich für diesen Fachbereich entscheiden, sind häufig unterwegs und arbeiten mehr in Ställen oder auf Weiden und Koppeln als in einer Tierarztpraxis.

Die Großtierpraxis wird häufig in Pferdepraxis und Nutztierpraxis unterschieden. In beiden Bereichen gehört es zu den Aufgaben des Tierarztes, für den Erhalt und die Entwicklung eines leistungsfähigen Tierbestandes Sorge zu tragen. Da es sich bei den Patienten des Nutztierarztes in der Regel um Lebensmittel liefernde Tiere handelt, hat der Tierarzt hier neben Gesundheit und Schutz der Tiere auch darauf zu achten, dass kranke Tiere mit möglichst geringem Medikamenteneinsatz behandelt werden, um etwaige spätere Rückstände in Lebensmitteln und daraus resultierende Resistenzen für den Menschen zu vermeiden.

 

Tierärzte im öffentlichen Veterinärwesen

Ein weiterer Einsatzort für den Tierarzt ist das öffentliche Veterinärwesen. Auch hier steht letztendlich die Produktion gesunder tierischer Lebensmittel im Vordergrund. Diese soll über die Aufzucht gesunder Tiere gewährleistet werden. Die Aufgabe des im öffentlichen Veterinärwesen beschäftigten Tierarztes ist es, diese zu überwachen und gegebenenfalls beratend zu unterstützen. Zu seinem Tätigkeitsfeld gehören deshalb regelmäßige Kontrolluntersuchungen, aber auch Impfungen, mit denen er das Auftreten oder Ausbreiten von Tierseuchen verhindern soll. Auch die Untersuchung der hygienischen Bedingungen in Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben sowie die mikroskopische Untersuchung von für den menschlichen Verzehr bestimmtem Fleisch kann in das Arbeitsfeld des Amtstierarztes fallen.

 

Freie Wirtschaft – lukrativer Arbeitgeber

Ein meist lukrativer Arbeitgeber für Tierärzte ist die freie Wirtschaft. Allen voran die Pharmaindustrie, in der Tierärzte maßgeblich an der Forschung, Entwicklung und Zulassung von neuen Arzneimitteln und deren Vermarktung beteiligt sind. Auch Betriebe, die Futtermittel oder Lebensmittel tierischen Ursprungs produzieren, beschäftigen Tierärzte, beispielsweise bei der Zusammenstellung von Futtermitteln oder der Überwachung lebensmittelhygienischer Vorschriften.

 

Tierärzte in der Forschung

Natürlich gibt es auch etliche Tierärzte, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in den Dienst der wissenschaftlichen Forschung und Lehre stellen. Ihr Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu erlangen, diese bekannt und nach Möglichkeit nutzbar zu machen. In ihren Aufgabenbereich fällt auch die Lehrtätigkeit an Hochschulen sowie der wissenschaftliche Austausch mit anderen Forschungsinstituten.

Tierarzt Gehalt

Tierärztin hört einen Welpen ab
Tierärztin hört einen Welpen ab

Wie viel ein Tierarzt verdient, hängt vor allem davon ab, in welchem der genannten Tätigkeitsbereiche er beschäftigt ist. Die besten Gehälter zahlen meist Arbeitgeber in der freien Wirtschaft. Aber auch das öffentliche Veterinärwesen und der Dienst an einer Hochschule können finanziell lukrativ sein.

Tierärzte in Nutztierpraxen erzielen in der Regel höhere Gehälter als solche in Kleintierpraxen. Dies liegt zum einen an der hohen Konkurrenz, die sich die Kleintierpraxen untereinander machen. Und zum anderen an dem hohen Anteil der Tiermedizinabsolventen, die Jahr für Jahr versuchen, in Kleintierpraxen und Kleintierkliniken unterzukommen.

Insbesondere in Ballungsräumen herrscht eine so hohe Dichte an Kleintierpraxen, dass es sich eine einzelne Praxis in der Regel nicht erlauben kann, die vollen Gebührensätze auszuschöpfen, da sie sonst befürchten muss, dass ihre Kunden zur nächstgelegenen, günstigeren Konkurrenz abwandert. Entsprechend sind in Ballungsgebieten sowohl die Verdienstaussichten niedergelassener Tierärzte mit eigener Kleintierpraxis als auch die ihrer Angestellten eher unterdurchschnittlich. Natürlich kann es Ausnahmen geben, beispielsweise bei Kleintierpraxen, die einen besonders guten Ruf haben oder auf ein Fachgebiet spezialisiert sind.

Wie hoch das Gehalt in den einzelnen Bereichen tatsächlich ist, hängt von der jeweiligen Stelle ab und davon, wie gut man verhandelt hat. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Einstiegsgehalt in Kleintierpraxen und Großtierpraxen in der Regel zwischen 2.000 und 3.000 EUR brutto im Monat liegt. Tierärztinnen verdienen nach wie vor meist weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Verdienst selbstständiger Tierärzte mit eigener Praxis kann höher sein. Tierärzte im öffentlichen Veterinärwesen steigen meist mit einem Anfangsgehalt ab 3.000 EUR ein, in der freien Wirtschaft können es auch 4.000 EUR brutto im Monat sein.

 

Tierarzt Arbeitszeiten

Die Arbeitszeit des Tierarztes hängt davon ab, wo er beschäftigt ist. Während Tierärzte in der freien Industrie und im öffentlichen Veterinärwesen sowie an Hochschulen meist geregelte Arbeitszeiten haben, müssen Tierärzte in Kleintierpraxen und Großtierpraxen in der Regel nicht nur werktags arbeiten. Sowohl Nachtschichten als auch Wochenendarbeit und Bereitschaftsdienste sind hier üblich.

Video über den Beruf Tierarzt

Ist der Beruf Tierarzt ein Traumjob?

Tierarzt Ausbildung

Um in Deutschland den Beruf Tierarzt ausüben zu können, braucht man ein mit Staatsexamen abgeschlossenes Tiermedizinstudium sowie eine Approbation (staatliche Erlaubnis, als Tierarzt arbeiten zu dürfen). Wer keine Approbation hat, beispielsweise weil er keine EU-Staatsbürgerschaft besitzt oder seine Ausbildung in keinem EU-Land abgeschlossen hat, kann eine vorübergehende Erlaubnis zur Ausübung des tierärztlichen Berufs beantragen. Weitere Informationen über die Voraussetzungen zum Erhalt der Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des tierärztlichen Berufes, die Kosten und das Antragsformular finden Sie zum Beispiel auf den Informationsseiten des Bayerischen Staatsministeriums.
In unserer Berufeübersicht können Sie sehen, für welche Berufe rund um Tiere Sie ebenfalls ein Studium benötigen, für welche Tierberufe es eine spezielle Berufsausbildung gibt und in welchen Berufen rund ums Tier Sie auch als Quereinsteiger eine Chance haben.


Traumberuf Zootierarzt

Viele Tiermedizinstudenten träumen davon, einmal Zootierarzt zu werden. Verständlich – nur leider gibt es in diesem Bereich kaum Vollzeitstellen. Die meisten Zootierärzte üben diese Tätigkeit im Rahmen ihrer Kleintierpraxis oder Großtierpraxis aus. Darüber sollte man sich im Klaren sein, wenn man diese Fachrichtung einschlagen möchte. Wer dennoch später unbedingt in einem Zoo arbeiten möchte, sollte sich vielleicht auch über ähnliche Berufe wie den Tierpfleger oder den Zoologen informieren.


Für wen eignet sich der Beruf Tierarzt?

Tierarzt ist ein wunderbarer und spannender Beruf, aber auch eine Berufung. Denn wer sich für den Beruf Tierarzt entscheidet, muss mehr mitbringen als „nur“ Tierliebe. Er muss mit Menschen gut umgehen können, er muss belastbar sein und er muss sich darüber im Klaren sein, dass die meisten Tierärztinnen und Tierärzte nicht annähernd so viel verdienen, wie sie arbeiten. Wer damit kein Problem hat, wird in diesem Beruf sicherlich sein Glück finden. Weitere Informationen rund um den Beruf Tierarzt finden Sie bei der Bundestierärztekammer.