Imker

Ein Imker hat mit Bienen und Honig zu tun – mehr wissen die meisten nicht über den Beruf Imker. Schade eigentlich, denn der Beruf Imker ist nicht nur ausgesprochen vielseitig und interessant, sondern erfordert auch verschiedenste Talente.

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Der Beruf Imker

Wer sich für den Beruf Imker interessiert, sollte natürlich in erster Linie eine gewisse Leidenschaft für Bienen, genauer gesagt für Honigbienen, mitbringen. Mit diesen wird er einen Großteil seiner Arbeitszeit verbringen, in der er sich um deren Haltung, Betreuung und Vermehrung kümmert. Damit allein ist es aber nicht getan. Die Bienenhaltung dient schließlich einem Zweck: Der Gewinnung von Honig und anderen Bienenprodukten. Diese müssen vermarktet werden. Auch das ist Aufgabe des Imkers. Darüber hinaus ist beim Beruf Imker etwas handwerkliches Geschick und technisches Verständnis gefragt, denn der Imker muss sich nicht nur um die Bienen selbst, sondern auch um ihre Behausungen kümmern, sie instand halten und bei Bedarf reparieren.


Tätigkeitsbereiche des Imkers

Imker halten sich viel im Freien auf, das bringt ihre Arbeit so mit sich. Schließlich müssen sie ihre Bienenvölker laufend kontrollieren, um sie richtig führen und bei unerwünschten Entwicklungen zeitnah reagieren zu können. Das kann erforderlich sein, wenn sie z.B. von Varroamilben befallen wurden, die die Bienen nachhaltig schwächen und für das Aussterben ganzer Bienenvölker verantwortlich sind. Hier muss der Imker unverzüglich Schutzmaßnahmen einleiten. Dasselbe gilt für den Fall, dass die Nahrung der Bienen knapp wird oder eines der Bienenvölker zu stark oder zu schwach werden droht.

Schnelles Handeln ist auch gefragt, wenn die Bienen Vorbereitungen zum Schwärmen treffen. Das passiert insbesondere in den Monaten Mai und Juni. Handelt der Imker jetzt nicht rechtzeitig, verlassen die Bienen ihren Stock und suchen sich einen neuen. Dem muss der Imker unbedingt zuvorkommen, sonst hat er seine Bienen verloren. Eine geeignete Schwarmverhinderungsmaßnahme ist beispielsweise die Bildung von Jungvölkern, die sogenannten Ableger.


Bienenwanderung

Freizeitimker suchen sich für ihre Bienenvölker meist Standorte, die so günstig gelegen sind, dass die Bienen von April bis Juli genügend Blühpflanzen vorfinden, um köstliche Mischhonige zu sammeln. So entsteht z.B. aus Weide, Kern-/Steinobst, Raps, Löwenzahn, Ahorn, Kastanie, Erdbeere etc. heller Frühjahrsblütenhonig, aus Linde, Mohn, Buchweizen, Brombeere, Klee, Ahorn, Bärenklau usw. dunklerer Sommerhonig.

Berufsimker hingegen möchten in der Regel sortenreinen Honig gewinnen, wie z.B. Tannenhonig aus dem Schwarzwald oder Akazienhonig aus Ungarn. Dafür müssen sie mit ihren Bienenstöcken in entsprechend ergiebige Trachtgebiete wandern. Zuvor müssen sie den bis dahin gewonnenen Honig ernten. Würden sie abwandern ohne vorher zu schleudern, würde sich der bisher gesammelte Honig mit dem aus dem neuen Nahrungsareal vermischen und der Honig wäre nicht mehr sortenrein. Dies hätte finanzielle Auswirkungen, denn Sortenhonige, wie Kastanienhonig, Tannenhonig, Lindenblütenhonig lassen sich deutlich teurer verkaufen.

Auch die Bestäubung von Nutz- und Kulturpflanzen kann ein Grund für Bienenwanderungen sein. Man spricht hier von Bestäubungsimkerei, die allerdings in Deutschland noch nicht so weit entwickelt wie beispielsweise in den USA und den Niederlanden. Rechtliche Voraussetzung, damit ein Imker mit seinen Bienen überhaupt in ein Gebiet wandern darf, ist übrigens die Vorlage eines amtlichen Gesundheitszeugnisses für seine Bienenvölker.


Von der Wabe ins Glas

Um den Honig zu ernten, entnimmt der Imker zunächst die mit reifem Honig gefüllten Waben aus dem Honigraum der Behausungen, den sogenannten Beuten, und ersetzt sie durch ausgeschleuderte Leerwaben. Mittels eines Spezialwerkzeugs entfernt er die von den Bienen auf jeder Wabenzelle angebrachten Wachsdeckel. Nun kann er mit Hilfe einer Zentrifuge den Honig aus den Waben schleudern. Den so gewonnenen Honig befreit er mit feinen Sieben von etwaigen Verunreinigungen und rührt ihn im Anschluss ein paar Tage lang mehrmals täglich so cremig, dass er nicht kandiert. Den fertigen, gerade noch viskosen (zähflüssigen) Honig füllt er dann in Gläser ab, etikettiert sie und bietet sie zum Verkauf an.

Dabei muss der Imker immer darauf achten, dass er seinen Bienen nicht allen Honig wegnimmt, denn schließlich lagern die Bienen den Honig als ihren eigenen Nahrungsvorrat ein. Wäre dieser komplett weg, würden die Bienen spätestens im Winter verhungern. Deshalb müssen auch Bio-Imker den Bienen nach der letzten Ernte, ab Mitte Juli bis Mitte September, invertierten Zuckersirup als Winterfutter zufüttern.

Das Wachs aus den dunklen Altwaben, den Brutwaben, formt der Imker durch Schmelzen zu Waben-Mittelwänden und Kerzen um.

Imker Verdienst

Imker bei der Begutachtung der Bienenwaben
Imker bei der Begutachtung der Bienenwaben

Während die Zahl der Hobby-Imker, vor allem der Imkerinnen seit einigen Jahren wieder zunimmt, gibt es nur sehr wenige Imker und Imkerinnen, die mit diesem Beruf ihren Lebensunterhalt verdienen. Ebenfalls selten sind angestellte Imker, da es kaum größere Imkereien gibt, die Imker beschäftigen. Wer das Glück hat und einen dieser raren Jobs bekommt, kann mit einem Gehalt von etwa 1500 bis 1900 EUR brutto im Monat rechnen. Wie viel ein selbstständiger Imker verdient, lässt sich schwer sagen.

Um von der Imkerei leben zu können, braucht ein Imker auf jeden Fall mindestens 300 Bienenvölker. Pro Volk kann er ungefähr mit einem Ertrag von 20 bis 60 kg Honig pro Jahr rechnen. Wenn man davon ausgeht, dass man für ein 500g-Glas Honig etwa 5 bis 7 EUR verlangen kann, lässt sich in etwa ausrechnen, wie viel ein Imker durch den Verkauf von Honig erwirtschaften kann. Hinzu kommen Einnahmen durch weitere Bienenprodukte wie beispielsweise Wachs, Propolisprodukte, Pollen oder auch Bienengift. Viele erfahrene Imker erzielen zudem durch den Verkauf von Bienenvölkern, Ablegern und Königinnen nennenswerte Einnahmen.

Davon abzuziehen sind die Ausgaben des Imkers, insbesondere für das Winterfutter, Varroa-Bekämpfungsmittel und Honig-Analysen. Für Einsteiger fallen anfangs vor allem die Kosten für die Bienenvölker selbst, ihre Behausungen und die Honigschleuder ins Gewicht. Letztere kann jedoch meistens bei den Vereinen ausgeliehen werden.

 

Imker Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten des Imkers sind recht unregelmäßig und orientieren sich primär an denen der Bienen. Im Winter geht es eher ruhiger zu, weil die Winterbienen bei niedrigen Temperaturen in ihrem Stock überwintern. Der Imker muss „nur“ regelmäßig kontrollieren, ob am Bienenstand alles in Ordnung ist, das Flugloch frei ist und nicht beispielsweise Schäden durch Vandalismus oder Spechtlöcher entstanden sind. In den Sommermonaten dagegen herrscht absolute Hochsaison, so dass der Imker auch am Feierabend und den Wochenenden arbeiten muss. Die Durchführung der Bekämpfungsmaßnahmen gegen Varroamilben beschäftigen den Imker zudem von Juli bis Dezember. Nicht zu vergessen, sind auch das Reparieren und Reinigen der Beuten und Rähmchen sowie die erforderliche Weiterbildung.

Video über den Beruf Imker

Einblick in die Ausbildung und Arbeit eines Imkers

Imker Ausbildung

Der Beruf Imker gehört zu den sogenannten Ausbildungsberufen. Das heißt, wer Berufsimker werden möchte, kann eine entsprechende Berufsausbildung absolvieren. Sie dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung zum Tierwirt Fachrichtung Imkerei. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Schulbildung. Die Ausbildung erfolgt in anerkannten Ausbildungsbetrieben und wird begleitet vom Unterricht in der Berufsschule.

Wer möchte, kann später noch eine Meisterprüfung ablegen. Neben dem Weg über die normale Berufsausbildung gibt es auch für Quereinsteiger die Möglichkeit, die Gesellenprüfung zum Tierwirt Fachrichtung Imkerei abzulegen. Eine der Voraussetzungen dafür ist, dass der Bewerber mindestens 4,5 Jahre praktische Erfahrung als Imker nachweisen kann.

Einsteigern in die Hobbyimkerei sind Grundkurse zu empfehlen, die z.B. von Vereinen oder auch städtischen Trägern, wie dem Bezirk Oberbayern, teils sogar kostenlos angeboten werden. Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein hat für Anfänger wie für Fortgeschrittene Vorteile, da dort u.a. Patenschaften, Versicherungen, Info-Abende mit Fachvorträgen sowie die Ausleihe von Gerätschaften angeboten werden.


Für wen eignet sich der Beruf Imker?

Imker ist ein sehr spannender und abwechslungsreicher Beruf, bei dem man viel Zeit allein in der Natur verbringt. Neben der Fähigkeit, selbstständig arbeiten zu können, erfordert er eine gute körperliche Kondition, denn Imker müssen häufig schwere Gegenstände transportieren. Was ein Imker zudem braucht, ist absolute Ruhe. Hektische Bewegungen haben bei der Arbeit am Bienenstock nichts verloren, sie beunruhigen die Bienen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, wie Schutzanzüge und spezielle Rauchgeräte, wird es immer wieder mal vorkommen, dass ein Imker gestochen wird. Zwar wird ein Imker normalerweise mit der Zeit immun gegen Bienenstiche, für Allergiker ist das dennoch ein Problem.

Wer also allergisch auf Bienenstiche reagiert, sollte sich schon sehr gut überlegen, ob der Beruf Imker wirklich der richtige für ihn ist. Auch Pollenallergiker sollten sich diese Frage stellen. Darüber hinaus sollte sich ein Berufsimker darüber im Klaren sein, dass seine Arbeitszeiten meist termingebunden sind und nach Jahreszeit, Nektarangebot und Witterung stark variieren können. Außerdem bedeutet gerade der Start in die Selbstständigkeit einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand.

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