Hundetrainer

Für viele Hundeliebhaber ist der Beruf Hundetrainer ein Traumberuf, denn Hundetrainer können ihre Leidenschaft für Hunde nicht nur privat ausleben, sondern auch im Job. Doch die Anforderungen sind nicht zu unterschätzen!

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Der Beruf Hundetrainer

Wie bei den meisten anderen Berufen mit Tieren reicht auch beim Beruf Hundetrainer die Liebe zum Tier alleine nicht aus. Der Hundetrainer braucht mindestens ebenso viel Geschick und Freude im Umgang mit Menschen. Schließlich kommt ein Hund nicht ohne seinen Halter in die Hundeschule. Und fühlt sich der Hundehalter bei einem Hundetrainer nicht wohl, wird auch sein Hund nicht lange in dessen Obhut bleiben. Denn Herrchen oder Frauchen haben sich ganz schnell einen anderen Hundetrainer gesucht, bei dem sie sich besser aufgehoben fühlen.


Tätigkeitsbereiche des Hundetrainers

Im Arbeitsalltag eines Hundetrainers dreht sich in der Regel alles um die Erziehung von Hunden, angefangen bei der Welpenschule, über die Grunderziehung von Junghunden bis hin zu Fortgeschrittenenkursen für ausgewachsene Hunde und Spezialangeboten, wie die Arbeit mit Problemhunden oder das Erlernen und Trainieren spezieller Hundesportarten, z.B. Agility oder Mantrailing. Auch die Beratung beim Hundekauf oder bei der Auswahl des richtigen Zubehörs kann ins Aufgabenfeld des Hundetrainers fallen.

Während die Welpenschule bzw. Welpenspielstunde sowie die verschiedenen Stufen der Grunderziehung ins Standardprogramm eines jeden Hundetrainers gehören, bietet das darüber hinausgehende Kurs- und Beratungsangebot dem Hundetrainer die Möglichkeit, sich entsprechend seiner Vorlieben zu spezialisieren und dadurch gegebenenfalls positiv von seinen Mitbewerbern abzuheben.

Meist arbeitet der Hundetrainer unter Einbeziehung der Hundehalter, es gibt aber auch Ausnahmen. Bei den meisten Hundetrainern können die Hundehalter zwischen Gruppenunterricht und Einzelstunden wählen. Trainiert wird häufig am Hundeplatz, aber auch Ausflüge beispielsweise in die Stadt, gemeinsame Spaziergänge oder Hausbesuche sind nicht unüblich.

Hundetrainer Verdienst

Hundetrainerin übt das Apportieren
Hundetrainerin übt das Apportieren

Wie viel ein Hundetrainer verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Zunächst einmal spielt es eine Rolle, ob er angestellt oder freiberuflich tätig ist. Arbeitet er in einem Angestelltenverhältnis, ist es wiederum entscheidend, bei wem er angestellt ist. Denn natürlich zahlt nicht jeder Arbeitgeber gleich  gut. So wird ein Hundetrainer, der bei einer Diensthundeschule der Polizei angestellt ist, sicherlich mehr verdienen, als einer, der für eine kleine, schlecht laufende private Hundeschule arbeitet.

Auch bei selbstständigen Hundetrainern kann der Verdienst ganz unterschiedlich aussehen. Hat sich ein Hundetrainer auf ein relativ seltenes Fachgebiet spezialisiert wie beispielsweise die Ausbildung von Blindenhunden, die von den Krankenkassen bezahlt wird, wird er bessere Verdienstaussichten haben, als wenn er nur das übliche Standardprogramm anbietet, das fast jede Hundeschule hat.

Nicht unbedeutend ist auch die Qualifikation, die ein Hundetrainer nachweisen kann, und der Ruf, den er sich erarbeitet hat. Denn ein renommierter Hundetrainer kann natürlich höhere Preise verlangen als ein Neuling oder gar eine Hundeschule mit schlechtem Ruf.

Insofern ist es eigentlich unmöglich, den zu erwartenden Verdienst eines Hundetrainers in konkrete Zahlen zu fassen. Versucht man es trotzdem, kann man nur sagen, dass er – in Abhängigkeit von seinem eigenen Renommee bzw. dem seines Arbeitgebers – wohl irgendwo zwischen 1.500 und 3.500 EUR brutto im Monat liegen wird. Ausreißer nach unten und oben sind dabei aber durchaus möglich.

 

Hundetrainer Arbeitszeiten

Da ein Großteil der Hundehalter berufstätig ist, konzentrieren sich die Arbeitszeiten eines Hundetrainers meist auf den Feierabend und die Wochenenden. Ein Umstand, der zwar einerseits nicht unbedingt familienförderlich ist, aber andererseits es ganz gut ermöglicht, diesen Beruf nur in Teilzeit oder nebenberuflich auszuüben. Wer allerdings davon leben möchte, wird es unter Umständen  mit einem Vollzeitjob als Hundetrainer schwer haben.

Video über den Beruf Hundetrainer

Einblicke in den Berufsalltag des Hundetrainers

Hundetrainer Ausbildung

Hundetrainer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Das bedeutet, jeder, der möchte, kann sich Hundetrainer nennen. Es gibt keine anerkannte Berufsausbildung dafür. Das macht es Hundehaltern nicht leicht, gute, erfahrene Hundetrainer von unerfahrenen oder schlecht ausgebildeten zu unterscheiden. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, hat der BHV (Bundesverband der Hundererzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V.) gemeinsam mit der IHK Potsdam einen 312 Theoriestunden und 500 Praxisstunden umfassenden Lehrgang ins Leben gerufen, an dessen Ende das Zertifikat „Hundeerzieher und Verhaltensberater IHK“ erworben werden kann.

Außerdem bietet die Bundestierärztekammer Hundetrainern die Möglichkeit, sich durch eine bundeseinheitliche Prüfung ihr Fachwissen zertifizieren zu lassen. Das Ganze läuft unter dem Begriff „D.O.Q.-Test 2.0“ und umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil.

Erlaubnispflicht für gewerbsmäßige Hundetrainer

Durch den 2013 geänderten §11 Absatz 1 Satz 1 Nr. 8f des Tierschutzgesetzes wurde zudem allen, die „gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten“ eine Erlaubnispflicht durch die zuständige Behörde auferlegt. Voraussetzung für die Erteilung dieser Erlaubnis ist u.a. der Nachweis entsprechender Fachkenntnisse. Weitergehende Informationen und Antragsformulare veröffentlichen die jeweils zuständigen Behörden, wie beispielsweise das Landratsamt München, in der Regel auf ihrer Internetseite. Davon betroffen sind übrigens nur Hundeschulen und selbstständige Hundetrainer. Angestellte Hundetrainer oder unentgeltlich arbeitende Hundetrainer sind hiervon nicht tangiert.

Um sich das erforderliche Fachwissen anzueignen, bietet es sich an, einen der vielen, privat angebotenen Hundetrainer-Ausbildungs-Lehrgänge zu besuchen. Bevor man sich für einen Anbieter entscheidet, sollte man aber sorgfältig vergleichen, da sowohl die Preise als auch das Qualifikationsniveau in diesem Bereich sehr unterschiedlich sein können. Darüber hinaus empfiehlt es sich, möglichst viele Praktika bei erfahrenen Hundetrainern zu machen. Leider sind auch diese meist nicht gerade günstig. Da Hundetrainer kein anerkannter Ausbildungsberuf ist, bietet er sich gut für Quereinsteiger an.


Für wen eignet sich der Beruf Hundetrainer?

Dass ein Hundetrainer keine Angst vor Hunden haben sollte, versteht sich von selbst. Doch das alleine macht noch lange keinen guten Hundetrainer aus, denn der muss viel mehr mitbringen: Zum Beispiel ein glückliches Händchen im Umgang mit Menschen, viel Geduld, wenn er zum wiederholten Male versucht, Hund und Halter bestimmte Ausbildungsinhalte näher zu bringen, und natürlich darf es ihm nichts ausmachen, wenn es draußen regnet, schneit oder stürmt. Darüber hinaus sollte er sich darüber bewusst sein, dass er meist dann arbeitet, wenn andere Feierabend haben, und dafür auch nicht unbedingt fürstlich entlohnt wird. Wen das alles nicht stört und auch die Familie damit einverstanden ist, für den kann der Traum in Erfüllung gehen.