Perserkatze

Die Perserkatze ist eine der ältesten und beliebtesten Rassekatzen. Kein Wunder, denn diese plüschige Katze sieht nicht nur niedlich aus, sondern ist auch besonders liebenswert und verschmust.

Die Perserkatze auf einen Blick

 Perser
 Kleinasien
 Katze 4 - 6 kg, Kater 5,5 - 7 kg
 Langhaarkatzen
 Alle Farben und Zeichnungen
Orange bis kupfer, blau, grün
 Ruhig, sanftmütige, freundlich, verschmust
 niedrig
 hoch
 Eine Perserkatze kosten 400 - 800 Euro
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Perserkatze - Rassebeschreibung

Perserkatzen sind groß, stämmig und alles an ihnen ist flauschig und rund. Sie haben einen gedrungenen Körper und stehen auf kurzen, kräftigen Beinen. Sie haben am gesamten Körper sehr langes, seidiges Fell aus dichtem Deckhaar und voller Unterwolle. An Schultern und Brust besitzen sie eine so genannte Halskrause mit noch längeren Haaren. Der Schwanz ist schön buschig mit ebenso langen Haaren. Die Fellfarben und Muster sind zahlreich: Von einfarbig über dreifarbig bis zur Colourpoint (früher Himalayan bzw. Maskenperser) ist alles erlaubt. Perserkatzen haben große, runde und weit auseinanderstehende Augen, die meist orange- bis kupferfarben sind. Colourpoint und weiße Perser haben blaue Augen – bei Perserkatzen mit den Farben Silver Shaded, Golden Shaded, Silver Tabby und Golden Tabby sind sie grün.

Die Nase der Perserkatze

Ein charakteristisches Merkmal, das sich erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hat, ist die breite, platte Nase. Der Rassestandard in den USA und in Europa unterscheidet sich hier etwas. Während die Amerikaner eine besonders kurze Nase, die höher angesetzt ist, vorziehen, darf die Nase der Perserkatze in Europa bis zu 1,5 Zentimeter lang sein. Der Stopp, also der Knick, soll laut Rassestandard der FIFé genau zwischen den Augen liegen. Die Nasenlöcher müssen gut geöffnet sein, um ein freies Atmen zu ermöglichen. Das so genannte „Peke-Face“ (Pekinesengesicht), das in den USA beliebt ist, gilt in Deutschland als Qualzucht! Die Nase ist dabei so weit zurückgesetzt, dass es zu gesundheitlichen Problemen kommt. Neben Atembeschwerden, haben diese Perserkatzen häufig mit tränenden Augen und Schwierigkeiten beim Fressen zu kämpfen.


Charakter der Perser

Die Perser ist ausgesprochen gelassen, kaum etwas kann sie aus der Ruhe bringen. Langweilig ist eine Perserkatze aber nicht. Sie liebt es zu kuscheln und zu schmusen – doch wann, das bestimmt allein sie. Denn einen eigenen Kopf hat die Perser schon. Auch wenn sie zu den besonders gemütlichen und weniger aktiven Katzenrassen gehört, hat sie nichts gegen ein gelegentliches Spiel mit ihrem Besitzer einzuwenden. Wenn sie mal loslegt, kann die Perserkatze eine äußerst geschickte Jägerin sein. Aufgrund ihres ausgeglichenen Wesens kommt sie auch wunderbar mit Artgenossen und anderen Tieren aus. Trotz ihres zutraulichen Wesens ist sie Fremden gegenüber aber zunächst etwas misstrauisch und zurückhaltend.

Ursprung und Geschichte

Die Herkunft der Perserkatze ist nicht ganz eindeutig. So sollen im 17. Jahrhundert Langhaarkatzen aus Kleinasien nach Frankreich importiert worden sein. Diese wurden Angorakatzen genannt, angelehnt an den Namen Ankara der türkischen Hauptstadt. Sie erfreuten sich in Adelskreisen äußerster Beliebtheit. Diese bisherige Annahme, dass die Perserkatze überwiegend von Langhaarkatzen nahöstlichen Ursprungs abstammt, soll jedoch durch neuere wissenschaftliche Ergebnisse aus der Genforschung widerlegt worden sein. Demnach wurde keine Verwandtschaft mit der asiatischen Linie festgestellt. Die umfangreiche Studie der University of Missouri zeigt, dass es eine genetische Übereinstimmung mit der russischen, langhaarigen Hauskatze geben soll. 

Die gezielte Zucht der Perserkatze wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England begründet. Der Name „Perser“ etablierte sich erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem ersten Zuchtstandard. Doch die damaligen Perserkatzen sind mit den heutigen kaum zu vergleichen. Sie hatten längere Nasen, kleinere Augen und einen längeren Körper. 

In den 1970er Jahren fand die Perserkatze so viele Fans und Anhänger, dass zahlreiche Massenzuchten in Amerika aufgebaut wurden. Zum Leidwesen der schönen Langhaarkatze wurden in diesem Zuge auch die rassespezifischen Merkmale verändert. Die Nase wurde kürzer und der Körper gedrungener, was gesundheitliche Probleme mit sich brachte. Diese „neue“ Perserkatze kam durch den Verkauf schließlich auch nach Europa. Erst in den 1990er Jahren haben sich einige Züchter zum Ziel gesetzt, dem Rassestandard entsprechende, aber kerngesunde Perserkatzen zu züchten. Zudem gibt es mittlerweile auch Abspaltungen unter den Züchtern, die den alten „englischen Typ“, also eine Perserkatze mit Nase, bewahren möchten.

 

Perserkatze – die Haltung

Durch ihren kaum ausgeprägten Freiheitsdrang fühlt sich eine Perserkatze auch in reiner Wohnungshaltung wohl. Sie sieht sich das bunte Treiben draußen lieber von einem gemütlichen Fensterplatz aus an. Wenn man die aufwändige Pflege des langen Fells bedenkt, kommt einem diese Vorliebe sehr entgegen. Denn beim Freigang kann sich leicht Dreck und Gestrüpp im langen Fell verfangen, das anschließend wieder entfernt werden müsste. Sie sollten in der Wohnung zwar ausreichend Platz haben, aber viele Klettermöglichkeiten und Kratzbäume werden Sie bei einer Perserkatze nicht benötigen. Mit einer Heizungsliege oder einer Kuschelhöhle tun Sie ihr einen größeren Gefallen. Hochwertiges und in ausgewogenen Mengen portioniertes Futter sorgt außerdem für ein schönes Fell.

Eine Perserkatze kaufen

Eine reinrassige Perserkatze kaufen Sie am besten bei einem seriösen Züchter. Von Kleinanzeigen, in denen Perser zu günstigen Preisen angeboten werden, sollten Sie besser Abstand nehmen. Die Zucht und Haltung von Rassekatzen hat ihren Preis, daher können Sie davon ausgehen, dass Kitten zu Schnäppchenpreisen eher nicht aus einer seriösen Zucht stammen. So ein vermeintlich günstiger Kauf entpuppt sich oft als teure Investition. Denn diese Kitten sind selten gesund. Bei Perserkatzen könnte das z.B. bedeuten, dass sie an PKD erkrankt oder ihre Nase zu platt ist, so dass sich deutliche Probleme beim Atmen und Fressen zeigen. 

Seriöse Züchter achten darauf, dass Katzen, die genetische Träger der Krankheit PKD sind, von der Zucht ausgeschlossen werden. So kann die Weitergabe der Krankheit verhindert werden. Wenn Sie Kitten einer Perserkatze kaufen möchten, müssen Sie mit einem Preis von 400 bis 800 Euro rechnen. Sollte Ihnen das zu teuer erscheinen, können Sie in einem Tierheim schauen, ob sie vielleicht Perserkatzen haben. Diese werden sich sicherlich über eine zweite Chance und ein schönes Zuhause freuen.

Wenn Sie eine Perserkatze bei einem Züchter kaufen, sollten Sie neben Krankheiten und einem ungepflegten Zuhause auch auf Fehler im Rassestandard achten. Dazu zählen bei der Perser:    

  • Zu flacher oder zu hoher Schädel
  • Tränende Augen
  • Atembeschwerden
  • Zu zarter oder langgestreckter Körper

Die vollständige Liste der möglichen Fehler im Rassestandard bei Perserkatze können Sie auf der Internetseite der FIFé (Fédération Internationale Féline) nachlesen.

Tipp: Bevor Sie sich eine Katze anschaffen, sollten Sie diese 10 Fragen klären.

Pflege einer Perserkatze

Das lange Fell der Perserkatze ist von seidiger Textur mit viel Unterwolle. Das bedeutet, dass die Fellpflege leider alles andere als unkompliziert ist und viel Zeit und Geduld erfordert. Die lange Haarpracht des Schmusetigers sollte mehrmals die Woche, besser täglich mit einer Bürste gekämmt werden, andernfalls verfilzt sie. Zur Zeit des Fellwechsels, also im Frühjahr und Herbst, sollten Sie sogar noch öfters zur Bürste greifen. Damit die Perserkatze diese Prozedur nicht als Tortur, sondern als angenehme Streichelstunde empfindet, sollten Sie Ihre Samtpfote bereits als kleines Kätzchen daran gewöhnen, auch wenn das Bürsten in dem Alter noch nicht notwendig erscheint. Sind die Haare doch mal verfilzt, ist das Entwirren schwierig und meist ist der Gang zur Schur beim Tierarzt unabwendbar. 

Laut europäischem Rassestandard sollte so gezüchtet werden, dass die Katze keine gesundheitlichen Probleme durch die kürzere Nase hat. Und doch gibt es immer wieder Perserkatzen, die tränende oder verklebte Augen haben. In diesem Fall können Sie die Augen vorsichtig mit einem feuchten Tuch reinigen.

Video von der Perserkatze

In diesem Video können Sie die Perserkatze bestaunen

Häufige Krankheiten bei Perserkatzen

Durch die Massenzucht im letzten Jahrhundert und das Heranzüchten des „Peke-Faces“ hat die Perserkatze mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Je platter und kürzer die Nase, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Tränen-Nasen-Kanal abgeknickt ist. Die Tränenflüssigkeit kann in solch einem Fall nicht mehr richtig abfließen und läuft aus den Augen. Davon betroffene Perserkatzen haben tränende, verklebte und verkrustete Augen. Außerdem fällt der Katze durch die verengte Nasenöffnung das Atmen sichtlich schwer. Nicht selten haben Perser mit „Peke-Face“  auch deutliche Schwierigkeiten beim Fressen, weil ihr Kiefer zu sehr gestaucht ist. 

Doch gesundheitliche Probleme gibt es nicht nur bei den überzüchteten Perserkatzen. Wie bei vielen anderen Rassekatzen auch, gibt es bei den Persern typische Erbkrankheiten: In diesem Fall ist die Rede von PKD (Polyzystic Kidney Disease), einer Erkrankung der Nieren, bei der sich Zysten bilden. Die Krankheit ist bei Jungtieren noch nicht sichtbar und zeigt sich erst im fortgeschrittenen Alter durch Nierenversagen. Da die Erkrankung dominant vererbt wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Nachkommen von kranken Elterntieren gesund sind. Umso wichtiger ist es, betroffene Katzen aus der Zucht auszuschließen! Glücklicherweise lässt sich durch einen Gentest relativ einfach herausfinden, ob ein Tier Träger des Gens für PKD ist oder nicht. Verantwortungsvolle Züchter sollten dieses Angebot in jedem Fall in Anspruch nehmen.

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