Nacktkatzen

Nacktkatzen sind nicht jedermanns Geschmack! Die einen lieben sie, die anderen ekeln sich vor Katzen ohne Fell und haben viele Vorurteile.

Vorurteile gegenüber Nacktkatzen

Wer schon einmal auf einer Katzenausstellung war, wird wissen, dass es in der Nähe von Nacktkatzen immer besonderes Gedränge gibt. Sie stechen einfach heraus, mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen. „Eine Katze ohne Fell – ist das nicht Tierquälerei?“ hört man manche Besucher sagen. Oder auch „die frieren bestimmt immer“, „haben wahrscheinlich viele Krankheiten“ und „kriegen schnell Sonnenbrand“. An den wenigsten Vorurteilen ist wirklich etwas dran, aber so genau wollen die Menschen es oft gar nicht wissen. Für sie zählt nur der Anblick der Nacktkatzen, der so manchen erschaudern lässt.

Welche Nacktkatzen-Rassen gibt es?

Nacktkatzen werde oft auch als Sphynx-Katzen bezeichnet. Dahinter verbergen sich mehrere Rassen, unter anderem die aus Russland stammende Peterbald und die Don Sphynx, die hawaiianische Kohona-Katze, die Canadian Sphynx, Ukrainische Levkoy, Bambino-Katze und die Elfenkatze, eine Kreuzung zwischen Sphynx und American Curl. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie so gut wie kein Fell besitzen. Bei näherer Betrachtung stellt man allerdings fest, dass sie durchaus einen leichten Haarflaum haben. Lediglich die Kohona besitzt so gut wie gar keine Haare. Bei der Frage, ob Nacktkatzen Tierquälerei sind, steht sie ganz oben auf der Liste. Grundsätzlich ist die Haltung und Zucht von Nacktkatzen in Deutschland jedoch erlaubt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erstellte diesbezüglich ein Gutachten und stellte fest, dass ein Verbot der Züchtung lediglich bestehen kann, wenn den Tieren die Tasthaare fehlen. Diesbezüglich bestätigte im Jahr 2015 das Verwaltungsgericht Berlin die Anordnung eines Veterinäramts an eine Züchterin, ihren Zuchtkater kastrieren zu lassen und die Zucht einzustellen.

Wie entstehen Nacktkatzen?

Die meisten Menschen glauben, dass sich ein paar „verrückte Züchter“ zusammen getan und Nacktkatzen erschaffen haben. Doch dem ist nicht der Fall! Verantwortlich für Katzen ohne Fell ist eine Laune der Natur. Sowohl bei Hauskatzen wie auch Rassekatzen kommt in seltenen Fällen diese Mutation der Felllosigkeit ganz natürlich vor. Die ersten Berichte von Nacktkatzen stammen aus dem Jahr 1878. Damals wurde auf einer Ausstellung in Bosten ein Nacktkatzenpärchen gezeigt. Die beiden Kätzchen waren eine Sensation! Das erste bekannte Foto von Nacktkatzen stammt aus dem Jahr 1898 und wurde in New Mexiko aufgenommen. Man vermutete eine neue Rasse und nannte sie „Mexican Hairless“. Doch weder handelte sich dabei um eine neu Katzenrasse, noch war etwas an dem Gerücht dran, es könnte sich um Nachfahren einer alten, aztekischen Katzenrasse handeln. Es waren lediglich zwei Kätzchen, die durch eine zufällig entstandene Genmutation ohne Fell zur Welt gekommen waren.

Die Zucht von Nacktkatzen

Mitte des 20. Jahrhunderts weckten Nacktkatzen das erste Mal die Neugier von Züchtern. Dabei stellte sich heraus, dass es zwei unterschiedliche genetische Dispositionen gibt: Bei der in Russland entdeckten Don Sphynx geht die Vererbung auf ein dominantes Gen zurück. Das bedeutet, jede Verpaarung mit einer anderen Katze bringt haarlose Nachkommen hervor. Bei der Canadian Sphynx ist dies nur der Fall, wenn zwei haarlose Katzen miteinander verpaart werden. Die Tatsache, dass es sich grundsätzlich um eine natürlich auftretende Mutation handelt bedingt, dass man nicht von einer rassespezifischen Erkrankung sprechen kann, wie diese bei der Zucht von Rassekatzen auftreten kann. Diese Tatsache sollte manchen zu denken geben, die grundsätzlich nur schlecht über Nacktkatzen sprechen.

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„Nachteile“ von Nacktkatzen

Sie sehen ohne Frage ungewöhnlich aus und nur wenige Menschen können sich mit dem Anblick von Katzen ohne Fell anfreunden. Doch das sei jedem selbst überlassen, schließlich liegt Schönheit im Auge des Betrachters. Die Frage ist, ob es sich bei Nacktkatzen um Tierquälerei handelt. Nicht, was den grundsätzlichen züchterischen Aspekt betrifft. Aber sind diese Tiere stärker von Umwelteinflüssen bedroht? Grundsätzlich ja, denn eine Katze ohne Fell friert natürlich schneller. Doch wer lässt schon eine Nacktkatze nach draußen? Man wird sie dort noch seltener zu Gesicht bekommen wie eine langhaarige Perserkatze. Nacktkatzen müssten also lediglich frieren, wenn es in der Wohnung kalt ist – und auch dafür haben sie eine Lösung: Zum einen haben sie eine etwas dickere Haut, zum anderen fressen sie mehr und schaffen es so, ihren Stoffwechsel immer ordentlich in Gang zu halten. Aber wie verhält es sich im Sommer? Nacktkatzen müssten doch sofort einen Sonnenbrand bekommen. Klar, stundenlanges Sonnenbaden ist für sie tabu. Aber für wen ist das schon gesund... Bei Nacktkatzen muss man diesbezüglich unterscheiden: Katzen mit viel rosa-weiß-Anteil sollten keinesfalls zu lange in der Sonne liegen, bei Tieren mit dunkler Haut ist dies weniger tragisch. Wie bei uns, bekommen sie mit der Zeit eine noch etwas dunklere Haut. Eincremen ist bei ihnen grundsätzlich nicht notwendig.

Pflege von Katzen ohne Fell

Viele Katzenliebhaber mit einer Katzenallergie stellen sich die Frage, ob Nacktkatzen die Lösung ihrer Probleme darstellen. Leider nicht zwingend, wie unser Artikel über Katzen für Allergiker zeigt. Von Vorteil ist allerdings, dass Parasiten kaum eine Chance haben. Schließlich können sie sich weder im Fell gemütlich einnisten, noch bleiben sie auf nackter Haut lange unentdeckt. Ganz ohne Arbeit macht sich aber auch bei der Nacktkatze „die Fellpflege“ nicht: Körperfette lagern sich mit der Zeit auf der Haut ab. Daher emfpiehlt sich etwa zweimal im Monat ein warmes Bad. Anschließend können gleich noch die Krallen überprüft werden. Die sind bei der Sphynx relativ lang, weshalb gelegentliches Schneiden notwendig sein kann.

Das Wesen der Nacktkatze

Alle Welt spricht über ihr Äußeres, aber wie sind Nacktkatzen wirklich? Ganz normal! Sie spielen genauso wie behaarte Katzen, sie springen, toben und kuscheln. Gerade ihre Anhänglichkeit wird von Nacktkatzenbesitzern immer wieder besonders hervorgehoben. Viele sind stark auf ihren Menschen fixiert und wollen genauso überall dabei sein, wie dies auch andere Rassen möchte. Sie sind weder verstört noch in sonst einer Weise komisch – sie haben einfach nur kein Fell. Und so wird es immer zwei Lager geben. Die einen, die mit dieser Art von Katze niemals etwas anfangen können und die anderen, die sich von diesen ganz speziellen Rassen angezogen fühlen.

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