Bengalkatze

Zur Bengal passt die Bezeichnung Stubentiger perfekt. Denn bei ihr trifft das wilde Aussehen eines Leoparden auf das liebenswerte Temperament einer Hauskatze.

Die Bengal auf einen Blick

 Bengalkatze, Leopardette, Leopard Bengal
 USA
 Katze 4 kg, Kater 5,5 - 7 kg
 Kurzhaarkatzen
 Brown, Silver, Seal Sepia / Seal Mink, Snow jeweils mit der Zeichnung marbled oder spotted
Grün, gold, braun, blau
 Aktiv, lernbereit, gesprächig, temperamentvoll, gesellig
 hoch
 gering
 Bengalkatzen kosten 800 - 1400 Euro
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Bengalkatze - Rassebeschreibung

Die Bengal erinnert äußerlich sehr an ihre Vorfahren, die asiatischen Leopardkatzen. Ihr kurzes, dichtes Fell ist relativ hell, in den Farben brown, seal sepia bzw. seal mink oder snow und weist die Musterung einer Wildkatze auf. Von der Statur her ist die Bengal relativ groß, sehr muskulös, dabei gleichzeitig geschmeidig und elegant. Sie hat kräftige Beine mit enormer Sprungkraft. Der Schwanz der Bengalkatze ist geringelt und zum Ende hin dunkel. Ihr Kopf wirkt im Verhältnis zum Körper eher klein, ebenso die Ohren, die einen breiten Ansatz und gerundete Spitzen haben. Die Schnauze ist breit mit einem ausgeprägten Schnurrhaarkissen. Ein charakteristisches Merkmal von Bengalkatzen ist das große „M“ auf der Stirn, die so genannte Skarabäus-Zeichnung. Es wird vermutet, dass sie durch Einkreuzung der Katzenrasse Ägyptische Mau entstanden ist. An den Augenwinkeln hat die Bengalkatze dunkle Lidstriche, die ihre Augen wunderbar betonen.


Charakter der Bengal

Obwohl die Bengalkatze aufgrund der gezielten Zucht deutliche Charakterzüge einer Hauskatze zeigt, kann sie dennoch ein richtiger Wildfang sein. Denn sie hat sich immer noch ihre natürlichen Instinkte bewahrt. Neben einer Vorliebe für das Spiel mit Wasser, hat sie einen überdurchschnittlich großen Bewegungsdrang. Ob Kratzbäume, Regale oder Tische – alles wird erklommen und erkundet. Diese Neugierde und Verspieltheit zeigen nicht nur junge Bengalkatzen. Bengalen wollen bis ins hohe Alter beschäftigt und gefordert werden! 

Sie lernen auch mit Freude Kunststücke oder das Apportieren von Gegenständen. Langeweile sollte besser nicht aufkommen, sonst könnten unerwünschte Verhaltensweisen auftreten. Am wohlsten fühlen sich Bengalkatzen in Gesellschaft ihrer Artgenossen. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass Bengalen sehr dominant in ihrem Auftreten sind und sich als Zweitkatze entweder eine zweite Bengal eignet oder eine Rasse, die dem Temperament der Bengal entspricht.

Ursprung und Geschichte

Die ersten Bengalkatzen wurden 1983 auf einer Katzenausstellung vorgestellt
Die ersten Bengalkatzen wurden 1983 auf einer Katzenausstellung vorgestellt

Die Bengalkatze ist durch gezielte Zucht entstanden. Die Genetikerin Jean Sudgen wollte eine verschmuste Hauskatze mit Wildkatzenlook kreieren. Im Jahre 1963 kreuzte sie dazu eine asiatische Leopardkatze (Prionailurus bengalensis) mit ihrem schwarzen Hauskater und erhielt ein gepunktetes Katzenmädchen, das sie „Kinkin“ taufte. Sie ließ es zusammen mit einem Wurf Hauskatzen aufwachsen und kreuzte Kinkin später mit dem Vater wieder rück. Sie erhielt zwar einen ganzen Wurf gepunkteter Kätzchen, doch waren die meisten unfruchtbar. Als ihr Ehemann verstarb, legte sie dieses Zuchtprogramm zunächst auf Eis. 

Erst als sie in den 70er Jahren einige Mischlinge vom Genetiker Dr. Willard Centerwall von der University of California erhielt, führte sie die Zucht fort. Jean Mill, wie sie mittlerweile hieß, kreuzte Abessinier, Orientalen und nicht reinrassige Katzen ein und brachte schließlich fruchtbare Nachkommen hervor. Im Jahre 1983 stellte Jean Mill ihre selbst erschaffene Traumkatze mit dem Namen „Millwood Finally Found“ aus – nur kurze Zeit später wurde sie als Rasse anerkannt. Heute darf die Zucht nur noch unter Bengalkatzen durchgeführt werden. 

 

Bengalkatze – die Haltung

Bengalen sind freundliche, soziale Katzen, die die Gesellschaft von Artgenossen benötigen. Sie sind sehr verspielt und eignen sich wunderbar als Familienkatze. Und dennoch ist eine Bengal keine Katze für Jedermann! Etwas Erfahrung sollte man als neuer Bengalkatzenhalter schon mitbringen. Denn diese Katzenrasse kann sehr eigensinnig sein. Wann geschmust oder gespielt wird, möchte sie bestimmen. Auch braucht sie viel Platz um ihren großen Bewegungsdrang ausleben zu können. Eine reine Wohnungshaltung ist deshalb nicht ideal für eine Bengalkatze. Zumindest einen gesicherten Balkon sollten Sie ihr anbieten, im besten Fall ein Freigehege mit vielen, abwechslungsreichen Klettermöglichkeiten. Eine Bengal ist sehr intelligent und möchte beschäftigt werden. Planen Sie also auch ausreichend Zeit für die gemeinsamen Spielstunden mit Ihrer Katze ein.

Eine Bengalkatze kaufen

Gerade bei Katzenrassen die etwas teurer sind, sollten Sie beim Kauf besonders vorsichtig sein und Ihre Kitten bei einem seriösen Züchter kaufen. Fallen Sie nicht auf vermeintliche Schnäppchenangebote in Kleinanzeigenportalen herein. Diese Katzen werden meist nicht artgerecht gezüchtet, sind krank oder womöglich gar keine echten Bengal-Katzen. Nehmen Sie daher von Kleinanzeigen oder Zoofachhandlungen Abstand. Bei seriösen Züchtern werden Sie für eine Bengalkatze einen Preis zwischen 800 und 1400 Euro zahlen müssen. Falls Ihnen das zu teuer ist, können Sie Abstriche beim Rassestandard machen. Oder Sie nehmen eine Bengalen Notfall-Katze bei sich auf.

Wenn Sie sich für den Kauf einer Bengal entschieden haben und Sie nun beim Züchter die Kitten begutachten, schadet ein Blick auf die Elterntiere nicht. Denn so können Sie ganz leicht eventuelle Fehler im Rassestandard ausschließen. Bei der Bengalkatze gehören unter anderem dazu:    

  • Eine orientalische Kopfform
  • Langes oder hartes Fell
  • Nicht getupftes Fell
  • Keine schwarze Schwanzspitze

Die vollständige Liste der möglichen Fehler im Rassestandard der Bengalkatze können Sie auf der Internetseite der FIFé (Fédération Internationale Féline) nachlesen.

Größe, Aussehen und Preis einer Bengal

Bengalkatzen sehen aus wie kleine Wildkatzen aus dem Dschungel – und das dürfte auch der Grund dafür sein, dass der Preis für eine Bengal bei durchschnittlich 1000 Euro liegt. Sie sind sehr muskulös, je nach Geschlecht 4 bis 7 Kilogramm schwer und dabei doch geschmeidig. Klares Kennzeichen der Bengal ist ihr kurzes Fell, das eine getupfte (spotted) oder marmorierte (marbled) Zeichnung aufweist. Der Schwanz ist geringelt und an der Spitze schwarz. Erwachsene Bengalen haben sehr weiches und seidiges Fell mit dichter Textur. Bei Kitten ist das Fell noch etwas derb. Die ovalen Augen der Bengal dürfen, abhängig von der Fellfarbe, die Farben grün, gold, braun oder blau haben.

Pflege einer Bengal

Das Fell der Bengalkatze ist trotz der dichten Textur sehr pflegeleicht. Zur richtigen Fellpflege bürsten Sie es einmal wöchentlich mit einer Bürste durch, um die losen Katzenhaare zu entfernen. So bleibt das Fell Ihrer Bengal schön weich und glänzend.


Häufige Krankheiten bei Bengalkatzen

Bengalkatzen gelten als äußerst robuste und wenig krankheitsanfällige Katzen. Und doch gibt es auch bei dieser Katzenrasse eine Besonderheit, die Sie beachten sollten: Bengalen haben einen äußerst sensiblen Magen und sind daher anfälliger für Lebensmittelvergiftungen. Muss ihre Katze erbrechen oder hat sie Durchfall und Fieber, dann bringen Sie sie schnellstmöglich zu einem Tierarzt. Eine Vergiftung kann lebensbedrohlich sein. Am besten schützen Sie ihre Bengal vor einer Lebensmittelvergiftung, wenn Sie angetrocknetes und abgestandenes Futter entsorgen und zu jeder Mahlzeit frisches Futter servieren. Giftige Lebensmittel, wie Schokolade, oder giftige Pflanzen sollten Sie unbedingt außer Katzenreichweite stellen!

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