Dalmatiner

Mit seinen Tupfen ist der Dalmatiner ein echter Hingucker. Er eignet sich hervorragend als Familienhund, aber nur, wenn er ausreichend beschäftigt wird.

Der Dalmatiner auf einen Blick

Der Dalmatiner ist eine mittelgroße Hunderasse, die aus Kroatien stammt und zur Gruppe der Lauf- und Schweißhunde zählt.
 54 - 62 cm
 24 - 32 kg
 12 - 14 Jahre
Kroatien
 weiß mit schwarzen oder braunen Punkten
 kurz, glatt, glänzend
 ausdauernd, freundlich, wachsam
 hoch
 gering
 mittel
 Ein Dalmatiner kosten ca. 700 - 1200 Euro
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Dalmatiner - Rassebeschreibung

Kaum eine andere Rasse ist bereits von weitem so eindeutig zu identifizieren wie der Dalmatiner. Sein Markenzeichen sind die schwarzen Tupfen auf weißem Fell, die ihn einfach unverkennbar machen. Passend zu seinem hübschen Look verfügt er über einen kräftigen, gut gebauten, symmetrischen Körper. Absoluten Kultstatus erreichte der Dalmatiner zu Zeiten des Disney-Films "101 Dalmatiner". Der Kinofilm machte ihn vorübergehend zum Modehund. Inzwischen ist das Interesse an ihm deutlich zurück gegangen. Er zählt nicht mehr zu den Top 10 der beliebtesten Hunde, aber noch immer ist er ein gern gesehener Hund für die ganze Familie.

Der Dalmatiner – sein Charakter und sein Wesen

Das Schöne am Dalmatiner ist, dass er so anpassungsfähig und vielseitig ist. Auf der einen Seite will er laufen, sich bewegen, Energie loswerden, spielen und toben. Auf der anderen Seite ist er ein Schmusehund, der umsorgt, gestreichelt und verwöhnt werden möchte. Eine harte Hand ist nichts für ihn, dazu ist er viel zu sensibel. Leicht könnten Probleme im Umgang mit ihm dazu führen, dass er auf stur schaltet oder seinen eigenen Weg geht, denn trotz seiner Anhänglichkeit ist er durchaus bereit, selbst Entscheidungen zu treffen. Damit es dazu erst gar nicht kommt, ist ein guter Mittelweg zwischen konsequenter Erziehung, Geduld und Einfühlungsvermögen notwendig. Das führt dazu, dass es für den Dalmatiner nichts wichtigeres auf der Welt wie seine Familie gibt, die er stets begleiten möchte und durchaus bereit ist, diese zu beschützen. Sofern man schon ein wenig Erfahrung mit Hunden hat und bereit ist, auf seine Bewegungsfreude einzugehen, ist der Dalmatiner auch für Anfänger geeignet.

Ursprung und Geschichte

Der Ursprung des Dalmatiners liegt im Dunkeln und basiert hauptsächlich auf Vermutungen. Abbildungen auf altägyptischen Pharaonengräbern haben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Dalmatiner, doch ob er tatsächlich eine Geschichte von mehreren tausend Jahren besitzt, ist ungewiss. Ebenfalls nicht sicher belegt ist, ob sein Name von Dalmatien, einer Region in Kroatien, abgeleitet ist. Zumindest gilt Kroatien offiziell als das Ursprungsland des Dalmatiners. Sichere Beweise über die Existenz von Dalmatinern gibt es erst aus dem 16. Jahrhundert auf Bildern italienischer Maler. Auch wurde in Dalmatien eine Freske mit einem Abbild gefunden, die ungefähr aus dem Jahr 1710 datiert.

Interessant ist, dass der Dalmatiner wahrscheinlich nie zu Jagdzwecken eingesetzt wurde, wie so viele andere Rassen. Bekannt ist dagegen, dass er in England ein gern genutzter Begleiter während Kutschfahrten war, um Straßenhunde zu vertreiben. Diese Aufgabe übernahm er auch in den USA, um als "lebende Sirene" Feuerwehrwägen zu eskortieren, die damals noch von Pferden gezogen wurden. Noch heute ist der Dalmatiner das Maskottchen der amerikanischen Feuerwehr.

Von diesen Arbeitseinsätzen abgesehen, ist der Dalmatiner schon immer ein gern gesehener Familienhund gewesen. Die höhere Gesellschaft schmückte sich seit Ende des Mittelalters häufig mit seiner Anwesenheit. 1890 war es dann schließlich so weit, dass für den Dalmatiner ein Standard ausgearbeitet worden war und er als Rasse offiziell anerkannt wurde. Darin ist zum Beispiel auch festgelegt worden, dass ein Dalmatiner nicht gleichzeitig schwarze und braune Flecken, sondern nur eine von beiden Farben aufweisen darf.

Den Dalmatiner erziehen

Wie im Prinzip jeder Hund, braucht auch der Dalmatiner eine liebevolle und dennoch konsequente Erziehung. Klare Regeln machen es für Hund und Familie am einfachsten, Komplikationen zu vermeiden. Er sollte nicht einmal auf die Couch dürfen, ein anderes mal nicht – oder bei Herrchen einen Kauknochen im Wohnzimmer zerkauen dürfen, bei Frauchen aber nicht. Ebenso ist es wichtig, dass ein Dalmatiner von Anfang an seine Position in der Familie kennt. Und die ist ganz unten! Auch wenn Kinder grundsätzlich wenig bis nichts mit der Erziehung eines Hundes zu tun haben, so muss klar sein, dass sie grundsätzlich über dem Hund stehen. Mehr Infos finden Sie in unserem Artikel Hund und Kind.

Bewährt hat sich eine Erziehung, die mit positiver Verstärkung und ohne Stress abläuft. Damit lässt sich durchaus bewerkstelligen, wer der Boss im Rudel ist, ohne dass es zu Bestrafungen kommen muss. Das mag kein Dalmatiner und das wird auch nicht so schnell verziehen!


Haltung

Einer der wichtigsten Punkte für einen Dalmatiner ist genügend Auslauf, denn es handelt sich bei ihm um einen Hund voller Energie und Tatendrang. Nicht umsonst zählt er zur Gruppe der Laufhunde. Er möchte sich täglich ausgiebig bewegen, am besten bei abwechslungsreichen Spaziergängen von insgesamt zwei bis drei Stunden. Das kann nicht jeder bieten, weshalb ein Dalmatiner kein Hund für Familien ist, die sich als wenig aktiv beschreiben würden. Er braucht täglich Action, zum Beispiel beim gemeinsamen Joggen oder als Begleithund beim Ausreiten. Ebenso gut kommen die verschiedensten Hundesportarten wie Agility, Obedience, Longieren oder Apportieren in Frage. Auch eine Ausbildung zum Rettungshund ist durchaus vorstellbar.

Einen Dalmatiner kaufen

Wer einen reinrassigen Dalmatiner-Welpen kaufen möchte, sollte dies bei einem seriösen Züchter tun. Vermeindliche Schnäppchenangebote von Vermehrern oder unerfahrenen Züchtern stellen auf Dauer gesehen ein erhöhtes finanzielles Risiko aufgrund unvorhergesehener Tierarztbesuche dar! Kaufen Sie einen Dalmatiner keinesfalls ungesehen, sondern schauen Sie sich die Zucht vor Ort an und begutachten Sie die Eltern und den oder die in Frage kommenden Welpen genau. Seien Sie nicht verwundert, wenn der Dalmatiner-Welpe noch keine oder erst im Ansatz zu erkennende Punkte aufweist. Diese erscheinen erst nach ca. 14 Tagen und prägen sich im Laufe der Zeit aus.  

Denken Sie beim Kauf eines Dalmatiners auch daran, dass es nicht zwingend ein reinrassiges Tier sein muss. Ein Dalmatiner-Mischling hat ebenfalls seinen Reiz. Oder vielleicht möchten Sie einem Dalmatiner in Not eine neue Chance geben.

Wir haben für Sie viele Tipps rund um die Anschaffung eines Hundes, dessen Erstausstattung und allgemeines Zubehör für den Hund.

Die Pflege

Zwar besitzt ein Dalmatiner ein kurzes Fell und ist daher recht pflegeleicht, dennoch sind kurze Haare nicht zu unterschätzen. Sie auf Kleidung oder Teppich zu entfernen, lässt einen schnell verzweifeln. Daher empfiehlt sich wöchentliches Bürsten mit einem Noppenhandschuh oder einer weichen Bürste – vor allem während des Fellwechsels. Insgesamt gesehen ist die Pflege mit sehr wenig Aufwand verbunden, aber vergessen Sie nicht: Der Aufwand, den man mit einem Dalmatiner hat, ist aufgrund seines hohen Bewegungsbedürfnisses nicht zu unterschätzen.

Ernährung beim Dalmatiner

Die richtige Ernährung ist beim Dalmatiner von großer Bedeutung! Denn aufgrund eines Gendefekts besteht bei ihm eine höhere Gefahr als bei anderen Rassen, dass sich Harnsteine oder Blasengries bildet. Begünstigt wird dieser Effekt durch einen hohen Puringehalt im Futter, weshalb diesem unbedingt Beachtung geschenkt werden sollte. Die Futtermittelindustrie hat sich darauf eingestellt und bietet spezielles Dalmatiner-Futter an. Doch darauf allein sollte man sich nicht verlassen. Sicherheitshalber sollte regelmäßig der pH-Wert des Urins gemessen werden, der zwischen 6,5 und 7,5 liegen sollte. Bei Abweichungen muss ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Allgemeine Tipps zur richtigen Fütterung finden Sie in unserem großen Ernährungs-Ratgeber.

Video vom Dalmatiner

In diesem Video geht es um den Dalmatiner

Krankheiten beim Dalmatiner

Eine der größten Gefahren besteht hinsichtlich des oben erwähnten Gendefekts, der zu Harnsteinen und Blasengries führen kann. Zur Bekämpfung dieses Problems wurde bereits 1973 von Dr. Robert Schaible ein Projekt gegründet, das diesen Defekt beheben soll. Hierfür wurde ein Pointer eingekreuzt. Die daraus abstammenden Tiere sind unter dem Namen LUA-Dalmatiner bekannt.

Eine weitere rassetypische Erkrankung ist die immer wieder auftretende Taubheit bei Welpen. Sie nimmt proportional zum Weißanteil der Elterntiere zu. Dalmatiner mit entsprechender Auffälligkeit sollten von der Zucht ausgeschlossen werden. Verantwortungsvolle Züchter führen sowohl bei den Elterntieren wie auch vor der Abgabe der Welpen einen Hörtest durch.

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