Erbrechen beim Hund

Wenn Ihr Hund erbricht, ist dies meist kein Grund zur Panik. Übergibt sich der Hund dagegen mehrfach bzw. regelmäßig, muss ein Tierarzt aufgesucht werden.

Gründe für das Erbrechen beim Hund

    Wer zum ersten Mal einen Hund besitzt, für den ist es ein ziemlicher Schock, wenn der Hund sich plötzlich übergibt. Hat er vielleicht etwas Falsches gefressen oder gar einen Giftköder verschlungen? Muss er zum Tierarzt oder kann ich einfach abwarten? Viele Fragen stellen sich in einer solchen Situation. Wie immer, sollte man in erster Linie Ruhe bewahren, um konzentriert nachzudenken, an was es wohl liegen könnte. War heute alles so wie immer? Oder gab es vielleicht neue Leckerli, ein neues Futter, eine besonders große Futterration? Hat der Hund aus einer Pfütze getrunken, ist übermäßig herumgetollt oder hat Stress? Auch ein verdorbenes Futter, eine Autofahrt oder Nervosität können die Ursache für spontanes Erbrechen sein. In den meisten Fällen ist dies harmlos, allerdings gibt es auch eine ganze Reihe von Krankheiten, die als Begleiterscheinung Erbrechen zur Folge haben können.

    Wenn der Welpe erbricht

    Wenn Sie einen Welpen bei sich aufnehmen, ist das für den kleinen eine aufregende Zeit. Diese schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes schnell auf den Magen. Und die Folge kann Erbrechen sein. Heikel ist vor allem eine Futterumstellung, wenn der Hund gerade erst bei Ihnen eingezogen ist. Warten Sie damit, bis der Hund Vertrauen in der neuen Umgebung gefasst hat. Und gehen Sie dann sehr behutsam vor: Erhöhen Sie den Anteil neuen Futters über mehrere Tage hinweg, bis nach zirka fünf Tagen die Umstellung vollendet ist. Natürlich nur, wenn es bis dahin nicht zu vermehrten Problemen gekommen ist, sonst müssen Sie sich nicht wundern, wenn der Hund kotzt. Die Verdauung von Welpen ist mit der eines erwachsenen Hundes nicht zu vergleichen. Gehen Sie behutsam bei der Welpen-Ernährung vor. Einmaliges Erbrechen ist kein Grund zur Sorge, mehrmaliges dagegen schon, denn ein Welpe kann schnell dehydrieren. Suchen Sie in diesem Fall sofort einen Tierarzt auf.

    Wenn der Hund erbricht

    Man muss unterscheiden, ob es sich um ein akutes oder chronisches Erbrechen handelt. Wenn der Allgemeinzustand des Hundes unverändert gut ist, ist ein einmaliges Erbrechen als relativ bedenkenlos anzusehen. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, wenn ein Hund sein Fressen übermäßig schnell heruntergeschlungen hat. Ein Antischlingnapf kann hier ebenso helfen wie eine bessere Verteilung der Futterrationen über den Tag hinweg. Vielleicht herrscht auch Stress am Futternapf, weil Sie mehrere Hunde haben? Gerade sensiblen Hunden schlagen vielerlei Alltagssituationen auf den Magen. Dazu zählt zum Beispiel, wenn ein anderer Hund sie ständig bedrängt, sie übermäßig gemaßregelt oder gar geschlagen werden, die Wohnsituation stressig ist oder sie zu den sogenannten Angsthunden zählen. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass Ihr Hund gelegentlich Gras frisst. Katzenhalter kennen dieses Phänomen nur zu gut, denn Katzen fressen häufig Gras, welches aufgrund der schlechten Verdaulichkeit bald wieder hervorgewürgt wird. Der Grund für dieses gewollte Erbrechen sind verschluckte Katzenhaare, die mitsamt dem Gras erbrochen werden.

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    Hund erbricht gelb

    Wenn der Hund einen relativ leeren Magen hat und Gras gefressen hat, ist es nicht ungewöhnlich, dass lediglich ein wenig gelber Schaum hervorgewürgt wird. Das ist im Allgemeinen kein Grund zur Beunruhigung. Das Problem tritt am öftesten am Morgen auf, wenn der Hund noch nichts zu Fressen bekommen hat. Möglicherweise ist er schon ein wenig aufgeregt, sein Magen knurrt, Galle und Säure reizen. Schon kann es passieren, das er ein wenig Schaum erbricht, welcher zumeist gelb aussieht. Vielleicht haben Sie ihn ja zusätzlich „heiß gemacht“ auf das Futter? Oder bekommt er vielleicht nur eine große Portion pro Tag? Weniger Aufregung rund ums Füttern und eine Verteilung auf zwei bis drei Portionen pro Tag können Abhilfe schaffen.

    Erbrechen aufgrund von Fremdkörpern

    Kritisch ist die Situation, wenn Ihr Hund einen Gegenstand wie zum Beispiel einen Spielball, einen Stock oder einen Stein verschluckt hat. Sofern die Situation es zulässt, sollten Sie das Maul des Hundes öffnen und einen Blick in den Rachen werfen. Ist der Gegenstand sichtbar, ziehen Sie ihn heraus. Aber Vorsicht! In seiner Panik könnte der Hund zubeißen. In dieser Situation muss man abwägen, ob der Eingriff für einen selbst unbeschadet durchzuführen ist. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Hund an den Hinterbeinen hochzuheben (bzw. bei sehr großen Hunden das Hinterteil) und so zu versuchen, den Fremdkörper „herauszuschütteln“.

    Erbrechen aufgrund einer Vergiftung

    Es muss nicht gleich ein gezielt ausgelegter Giftköder sein, der beim Hund zu Erbrechen führt. In Frage kommt zum Beispiel auch Mäusegift bzw. das Verschlingen einer vergifteten Maus oder Ratte. Ebenso können im Garten verwendete Gifte wie Unkraufvernichter, Schneckenkorn oder sonstige Pestizide verantwortlich sein. Auch Putzmittel, Dünger oder Frostschutmittel sollten stets so gelagert werden, dass der Hund sie nicht erreichen kann. Selbiges gilt für Lebensmittel, die für Hunde unverträglich sind. Dazu gehören unter anderem Schokolade, Trauben, Rosinen, Avocados, Zwiebeln, Nüsse und Obstkerne. Je nach Schwere der Vergiftung sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen und das Erbrochene einsammeln. Erbricht er sich lediglich einmal und sein Allgemeinzustand ist gut, genügt es fürs Erste, ihn aufmerksam zu beobachten. 

    Chronische Gründe, wenn der Hund erbricht

    Gerade bei einem Welpen kommt es recht häufig vor, dass er sich übergibt. Paradebeispiel sind Autofahrten. Manchen Hunden wird dabei regelmäßig schlecht. Das hängt nicht mit einem verdorbenen Magen zusammen, sondern mit dem Gleichgewichtssinn, der für Verwirrung sorgt. Hier heißt es Geduld haben, denn nach einigen Monaten hat sich das Problem meist von selbst gelöst. Leidgeprüfte Hundebesitzer wissen schon im Vorhinein, wann das Übel naht: Es beginnt damit, dass der Hund auffällig schmatzt, schluckt oder Speichelfluss hat. Wer schnell ist, kann jetzt noch schnell rechts ran fahren, denn im nächsten Moment beginnt bereits das Würgen, welches kurz darauf durch einen Überdruck im Magen zum Auswurf des Mageninhalts führt.

    Auch seelische Probleme können dazu führen, dass ein Hund „ständig kotzt“. Vielleicht kann er nicht in Ruhe fressen? Weder ist eine Futterstelle mit Durchgangsverkehr ideal, noch verträgt es ein Hund, wenn ein Zweithund ihm das Futter streitig macht. Oder wird er vielleicht von Kindern gestört? Auch eine grobe Erziehung schlägt schnell auf den Magen. Ebenso allgemeiner Stress, der in einer Familie herrscht. Manche Hunde sind diesbezüglich sehr anfällig. Das gilt auch für das Alleinsein oder genau das Gegenteil, ständige Bespaßung, so dass der Hund nie zur Ruhe kommen kann. Überlegen Sie, ob einer der genannten Punkte oder eine andere Situation der Auslöser dafür sein könnte, dass der Hund häufig erbricht.

    Erbrechen beim Hund aufgrund einer Krankheit

    Die Liste an Gründen für das Erbrechen bei Hunden ist leider äußerst lange, denn beinahe jedes Organ ist in der Lage, einen Impuls an das Brechzentrum zu senden. Neben oben genannten Punkten, kommen daher eine ganze Reihe von Krankheiten in Frage, die ein Erbrechen beim Hund auslösen können. Dazu zählt zum Beispiel der Befall mit Giardien oder Würmern. Ebenso Infektionskrankheiten wie Parvovirose, Leishmaniose, Staube und Leptospirose. Auch ein Tumor, eine Herz- oder Lebererkrankung, ebenso wie ein Mgengeschwür oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse können der Auslöser sein. Sollte es also keinen eindeutigen Grund dafür geben, warum der Hund ständig erbricht, dann steht einem Tierarzt möglicherweise eine längere Ursachenforschung bevor.

    Gefahr einer Magendrehung

    Aufmerksam sollten Sie sein, wenn Sie einen großen Hund haben, der plötzlich versucht zu Erbrechen, es aber meist nicht funktioniert. Dann besteht die Gefahr einer Magendrehung! Hat er vor nicht allzulanger Zeit sein Fressen bekommen? War es vielleicht eine recht große Portion? Und hat er sich anschließend relativ viel bewegt? Das sind typische Voraussetzungen für eine Magendrehung. Prüfen Sie, ob der Magen sich zunehmend aufbläht und der Hund sich untypisch verhält – sei es unruhig oder zunehmend lethargisch. In diesem Fall müssen Sie sofort eine Tierklinik aufsuchen. Denn nur eine rasche Operation kann den Hund retten.

    Was tun bei einer leichten Magenverstimmung?

    Eine der häufigsten Ursachen dafür, dass sich der Hund übergibt, liegt lediglich in einer kleinen Magenverstimmung. Ist der Allgemeinzustand des Hundes gut, hilft meist ein Fastentag. Wasser sollte jedoch weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Am nächsten Tag bieten Sie dem Hund am besten etwas leicht Verdauliches an, zum Beispiel gekochtes Huhn mit Reis und Hüttenkäse. Beginnen Sie mit einer kleinen Ration. Frisst er normal, ist wahrscheinlich schon alles überstanden, ansonsten sollten Sie ihn beobachten und ggf. Ihren Tierarzt aufsuchen.