Die Hundesprache - deuten und verstehen

Es kommt oft zu Missverständnissen zwischen Hund und Mensch, da Hunde anders kommunizieren. Doch das muss nicht sein, denn jeder Halter kann die Hundesprache erlernen.

Hunde sprechen anders

Hunde setzen ihren gesamten Körper ein, um Ihre Stimmung und ihre Absichten auszudrücken. Ein einziges Verhaltensmerkmal lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Stimmung des Hundes zu. Es muss immer die gesamte Situation und der ganze Hund betrachtet werden, um eine verlässliche Aussage treffen zu können! 

Die wichtigsten Signale werden über die Ohrhaltung, das Schwanzwedeln, verschiedene Lautäußerungen und die Körperhaltung ausgesendet. Allerdings sind auch diese Signale nicht auf alle Hunde zu verallgemeinern. Durch die Züchtung verschiedener Rassen gibt es viele rassetypische Besonderheiten, die keinerlei Rückschluss auf die Stimmung des Hundes zulassen. So haben Hunde mit langen Schlappohren nur eingeschränkte Möglichkeiten, ein ausgeprägtes Ohrenspiel zu zeigen. Auch Hunde mit sehr viel Fell, kupierten Ohren oder Rute haben erheblich weniger Möglichkeiten, eine eindeutig erkennbare Hundesprache zu zeigen.

Beschwichtigungssignale in der Hundesprache

Beschwichtigungssignale dienen dazu, dem Gegenüber zu zeigen, dass man selbst keinerlei Gefahr darstellt und keine bösen Absichten hat. Kritische Situationen können so meistens entschärft werden und es kommt gar nicht erst zu einem Kampf. Diese Signale werden von jedem Hund (zumindest dann, wenn er die Möglichkeit hatte, mit Artgenossen aufzuwachsen und die „Hundesprache“ zu lernen) verstanden und sehr häufig eingesetzt.  

Situationen, die diese Signale auslösen können, sind z. B.:

  • Ein Mensch oder ein anderer Hund nähert sich dem Hund zu schnell. 
  • Ein Mensch oder anderer Hund läuft direkt frontal auf den Hund zu.
  • Ein Hund nähert sich einem Menschen oder einem anderen Hund und möchte zeigen, dass er „in Frieden kommt“ und keinerlei aggressive Absichten hat.
  • Ein Mensch hebt einen Hund hoch, umarmt ihn oder beugt sich beim Streicheln bedrohlich über ihn.
  • Ein Mensch schreit einen Hund an und der Hund möchte, dass dieser wieder damit aufhört. Der Hund zeigt dadurch, dass er die Maßregelung des Menschen anerkennt und sich nicht dagegen wehrt. Er bittet darum, dass der Mensch wieder freundlich mit ihm spricht.
  • Der Hund fühlt sich in der Situation, in der er sich gerade befindet, deutlich unwohl. 


Folgende Beschwichtigungssignale werden sehr häufig eingesetzt:

  • Den Kopf und/oder Augen abwenden
  • Zwinkern oder die Augen kurz schließen und wieder öffnen
  • Sich zur Seite drehen
  • Über die Lippen lecken
  • Bewegungen verlangsamen
  • Sich auf den Boden setzen oder legen
  • Einen großen Bogen um den anderen laufen
  • An einer Stelle, einige Zentimeter entfernt, intensiv schnüffeln
  • Scheinbare Aufforderung zum Spiel
  • Sich auf den Rücken legen und „passiv unterwerfen“  


Die Signale Pfote heben und Vorderkörpertiefstellung, dienen häufig nicht an erster Stelle der Beschwichtigung, können aber auch dazu eingesetzt werden.

Fehler, die häufig gemacht werden

Viele Verhaltensweisen, die für uns Menschen selbstverständlich sind und auch als höflich betrachtet werden, bedeuten für den Hund genau das Gegenteil.  Die typischen Beschwichtigungssignale von Hunden werden unter uns Menschen als sehr unhöflich angesehen und sind deshalb häufig Ursache für Missverständnisse.  

Folgende Verhaltensweisen sollten im Umgang mit Hunden vermieden werden:

  • Der Hund wird direkt angesehen
  • Direkt frontal auf den Hund zugehen
  • Sich über den Hund beugen
  • Steife Bewegungen
  • Vor dem Hund weglaufen
  • Die Hände nach oben nehmen
  • Nach dem Hund schlagen, treten
  • Den Hund oder den Hundehalter beschimpfen
  • Ein Knie hochziehen, wenn der Hund an Ihnen hochspringt

Welche unterschiedlichen Stimmungen es bei Hunden gibt und welche häufigen Missverständnisse es bei der Beurteilung eines Hundeverhaltens gibt, erfahren Sie in unserem Artikel über Die Körpersprache des Hundes.

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